Die Bausteine – von A1 bis B2
Eine Vorstellung besteht aus denselben acht Bausteinen, egal auf welchem Niveau. Was sich ändert, ist die Länge und die Sprache:
| Baustein | A1 | A2 / B1 | B2 |
|---|---|---|---|
| Name | Ich heiße … / Ich bin … / Mein Name ist … | Mein Name ist …, aber alle nennen mich … | Ich darf mich kurz vorstellen: … |
| Herkunft | Ich komme aus der Türkei / aus Syrien / aus Polen. | Ich komme ursprünglich aus …, aus einer kleinen Stadt in der Nähe von … | Ich bin in … aufgewachsen und vor drei Jahren nach Deutschland gekommen. |
| Wohnort | Ich wohne in Berlin. | Ich lebe seit zwei Jahren in Berlin, in Neukölln. | Seit meinem Umzug lebe ich mit meiner Familie in Berlin. |
| Alter / Familie | Ich bin 32 Jahre alt. Ich bin verheiratet. Ich habe zwei Kinder. | Ich bin verheiratet und habe eine Tochter, sie ist fünf. | Im Beruf meist weglassen; privat: Ich lebe mit meiner Partnerin und unseren zwei Kindern zusammen. |
| Beruf | Ich bin Elektriker. / Ich arbeite als Verkäuferin. / Ich bin Student. | Ich arbeite als … bei … / Ich mache eine Ausbildung zur … / Ich suche zurzeit Arbeit als … | Ich bin Ingenieurin und arbeite seit einem Jahr in der Qualitätssicherung bei … |
| Sprachen | Ich spreche Arabisch und ein bisschen Deutsch. | Meine Muttersprache ist …, außerdem spreche ich Englisch und lerne seit … Deutsch. | Ich spreche fließend Englisch und habe gerade das B2-Zertifikat gemacht. |
| Freizeit | Mein Hobby ist Fußball. / Ich lese gern. | In meiner Freizeit gehe ich gern wandern oder koche für Freunde. | Wenn ich Zeit habe, …; außerdem engagiere ich mich bei … |
| Warum Deutsch / Pläne | Ich lerne Deutsch für die Arbeit. | Ich lerne Deutsch, weil ich hier arbeiten möchte. Ich möchte die B1-Prüfung machen. | Mein Ziel ist die Anerkennung meines Abschlusses; dafür brauche ich B2. |
Die Grammatik dahinter ist überschaubar: sein, heißen, kommen, wohnen, arbeiten, sprechen im Präsens (siehe Verben konjugieren), die Präpositionen aus, in, bei, seit, als (siehe Präpositionen) und ab A2 der weil-Satz.
In der Prüfung: Über sich sprechen
Fast jede mündliche Prüfung bis B1 beginnt mit der Vorstellung – meist als eigener, bewerteter Teil:
| Prüfung | Was verlangt wird | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| A1 (Goethe Start Deutsch 1, telc A1, ÖSD A1) | Sich anhand von Stichwörtern vorstellen: Name, Alter, Land, Wohnort, Sprachen, Beruf, Hobby; danach Buchstabieren und Zahlen (z. B. Telefonnummer) | Jedes Stichwort in einem vollständigen Satz; Name und Adresse fehlerfrei buchstabieren können |
| DTZ (A2–B1) | Teil 1: über sich sprechen – Herkunft, Wohnort, Familie, Ausbildung, Beruf, Sprachen; Prüfer stellen Nachfragen | Zusammenhängend sprechen, nicht nur Stichworte; auf Nachfragen eingehen; Vergangenheit (Ich habe in … gearbeitet) sicher |
| A2 (telc A2, Goethe A2) | Kontaktaufnahme: Fragen und Antworten zu Person, Wohnort, Arbeit, Familie, Freizeit – im Gespräch mit dem Partner | Fragen stellen können (Woher kommst du? Was machst du beruflich?), nicht nur antworten |
| B1 (telc B1: Kontaktaufnahme; Goethe B1: Vorstellung nur zur Aufwärmung) | Kurzes Gespräch über Herkunft, Beruf, Interessen, Sprachlernen; Fragen an den Partner | Natürlich wirken: nachfragen, reagieren (Ach, interessant – und wie lange schon?), nicht den auswendig gelernten Text abspulen |
| B2 / C1 | Meist kurze Aufwärmphase ohne Bewertung; danach Präsentation und Diskussion | Zwei, drei Sätze reichen – die Energie für die bewerteten Teile aufheben |
Ein Beispiel für den DTZ oder telc B1, etwa 90 Sekunden:
Guten Tag, mein Name ist Amir Haddad. Ich bin 32 Jahre alt und komme aus Syrien, aus Aleppo. Seit 2021 lebe ich mit meiner Frau und unseren zwei Kindern in Berlin. In Syrien habe ich eine Ausbildung als Elektriker gemacht und fünf Jahre in dem Beruf gearbeitet. Im Moment besuche ich einen Deutschkurs und arbeite nebenbei in einem Lager. Mein Ziel ist, dass mein Abschluss anerkannt wird, damit ich wieder als Elektriker arbeiten kann. Meine Muttersprache ist Arabisch, ich spreche auch Englisch, und Deutsch lerne ich seit zwei Jahren. In meiner Freizeit spiele ich Fußball mit Freunden, und am Wochenende gehen wir oft mit den Kindern in den Park.
Das ist die Struktur, die Prüfer erwarten: Gegenwart – Vergangenheit – Pläne – Sprachen – Freizeit. Mehr zum Ablauf unter Mündliche Prüfung meistern, die passenden Sätze unter Redemittel für die Prüfung.
Im Beruf: Erster Arbeitstag und Vorstellungsrunde
Hier gilt: kurz, mit Nachnamen, mit Funktion – und dann die Frage zurück.
| Situation | Beispiel |
|---|---|
| Erster Arbeitstag, einzelne Kollegen | Guten Morgen, ich bin Amir Haddad, der neue Elektriker in der Instandhaltung. Heute ist mein erster Tag. – Und Sie sind …? / Und du bist …? |
| Vorstellungsrunde im Team-Meeting | Ich bin Amir Haddad, seit heute im Team Instandhaltung. Vorher habe ich fünf Jahre bei einer Baufirma gearbeitet, hauptsächlich Gebäudetechnik. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. |
| Vorstellungsrunde im Kurs oder Seminar | Ich heiße Amir, ich komme aus Syrien und lebe seit drei Jahren in Berlin. Ich bin Elektriker und mache den Kurs, weil ich B2 für die Anerkennung brauche. |
| Kunde oder externer Kontakt | Guten Tag, Haddad mein Name, ich bin bei der Firma Weber für die Wartung zuständig. Wir haben telefoniert. |
| Wenn die Frage „Woher kommen Sie?“ kommt | Ursprünglich aus Syrien, aber ich lebe schon länger hier in Berlin. – kurz, freundlich, und dann zurück zum Thema |
Die Anrede ist hier die erste Entscheidung – Sie, bis das Du angeboten wird; Einzelheiten unter Du oder Sie?. Wie es nach der Vorstellung weitergeht, steht unter Small Talk.
Am Telefon und in der E-Mail
- Anrufen: Guten Tag, mein Name ist Haddad. Ich rufe an wegen … / Ich hätte eine Frage zu … – erst der Name, dann der Grund. Mehr unter Telefonieren auf Deutsch.
- Abnehmen: In Deutschland meldet man sich mit dem Nachnamen: Haddad? – oder im Beruf: Firma Weber, Haddad, guten Tag.
- E-Mail an Unbekannte: Nach der Anrede im ersten Satz: Mein Name ist Amir Haddad, ich bin seit März in der Instandhaltung tätig und wende mich an Sie, weil …
- E-Mail-Signatur: Vor- und Nachname, Funktion, Firma, Telefonnummer – die Vorstellung, die bei jeder Mail mitläuft. Aufbau unter Briefe & E-Mails.
- Bewerbung und Vorstellungsgespräch: Die Frage Erzählen Sie etwas über sich verlangt zwei bis drei Minuten, strukturiert nach Ausbildung – Berufserfahrung – Gegenwart – Motivation. Ausführlich unter Bewerbung auf Deutsch.
Fragen stellen – die andere Hälfte
Eine Vorstellung ist ein Gespräch, kein Vortrag. Wer nur antwortet, wirkt passiv – und in Paarprüfungen kostet das Punkte. Die Fragen dazu:
| Informell (du) | Formell (Sie) |
|---|---|
| Wie heißt du? / Wer bist du? | Wie heißen Sie? / Wie ist Ihr Name? |
| Woher kommst du? | Woher kommen Sie? |
| Wo wohnst du? / Wie lange lebst du schon hier? | Wo wohnen Sie? / Seit wann sind Sie in Deutschland? |
| Was machst du beruflich? / Was machst du so? | Was sind Sie von Beruf? / Was machen Sie beruflich? |
| Welche Sprachen sprichst du? | Welche Sprachen sprechen Sie? |
| Was machst du in deiner Freizeit? | Was machen Sie gern in Ihrer Freizeit? |
| Hast du Kinder? / Bist du verheiratet? (nur privat) | Haben Sie Familie hier? (nur, wenn es passt) |
Wie Fragen gebildet werden – Verb an Position 1 oder Fragewort davor – steht unter Fragen bilden.
Typische Fehler – und was dagegen hilft
| Fehler | Was dagegen hilft |
|---|---|
| Ich bin 32 Jahre. / Ich habe 32 Jahre. | Ich bin 32 Jahre alt. – oder einfach Ich bin 32. Das haben aus romanischen Sprachen und dem Türkischen gibt es im Deutschen nicht. |
| Ich bin ein Elektriker. Ich bin eine Lehrerin. | Berufe ohne Artikel: Ich bin Elektriker. Ich bin Lehrerin. Der Artikel steht nur mit Adjektiv: Ich bin ein guter Elektriker. |
| Ich komme aus Türkei / aus Irak. | Länder mit Artikel brauchen ihn: aus der Türkei, aus dem Irak, aus dem Iran, aus der Schweiz, aus den USA, aus der Ukraine. Die meisten anderen ohne: aus Syrien, aus Polen. |
| Ich wohne in Berlin seit zwei Jahren. – Zeitangabe hinten | Zeit vor Ort: Ich wohne seit zwei Jahren in Berlin. Oder betont vorn: Seit zwei Jahren wohne ich in Berlin. Siehe Satzbau. |
| Ich habe gewohnt in Berlin seit 2021. – Perfekt für andauernde Zustände | Was noch andauert, steht im Präsens: Ich wohne seit 2021 in Berlin. |
| Nur Vorname im Beruf – Ich bin Amir. | Im beruflichen Kontext Vor- und Nachname: Ich bin Amir Haddad. Der Vorname allein passt im Kurs, beim Sport, unter Jüngeren. |
| Zu viel Privates – Religion, Familienstand, Fluchtgeschichte im Meeting | Beruflich: Name, Funktion, fachlicher Hintergrund, ein persönlicher Satz (Hobby, Wohnort). Privates gehört ins private Gespräch. |
| Auswendig gelernter Block – ohne Pause, ohne Blickkontakt, ohne Reaktion auf Nachfragen | Die Bausteine kennen, nicht den Text. In der Prüfung nach zwei, drei Sätzen kurz stoppen – Prüfer fragen dann nach, und das Gespräch wirkt natürlich. |
So arbeiten wir im Unterricht daran
Die Vorstellung ist die erste Übung in jedem Kurs – und die letzte vor jeder Prüfung. Im Einzelunterricht bauen wir Ihre persönliche Version aus den acht Bausteinen, in der Länge und Sprache Ihres Niveaus, nehmen sie auf und schleifen Aussprache und Betonung (siehe Aussprache verbessern). Dann variieren wir die Situation: Prüfung, erster Arbeitstag, Telefon, Vorstellungsrunde – dieselben Informationen, andere Form. Wer die DTZ- oder telc-Prüfung vorbereitet, übt zusätzlich die Nachfragen der Prüfer und das Fragenstellen an den Partner; wer im Beruf startet, die Kurzvorstellung im Meeting und den Umgang mit der Frage nach der Herkunft. Den Rahmen liefert das Sprechtraining.
Häufige Fragen
Wie stelle ich mich auf Deutsch vor – die einfachste Version?
Mit fünf Sätzen: Name, Herkunft, Wohnort, Beruf, Sprachen. Ich heiße Amir Haddad. Ich komme aus Syrien. Ich wohne in Berlin. Ich bin Elektriker von Beruf. Ich spreche Arabisch, Englisch und ein bisschen Deutsch.
Dazu je nach Situation Alter, Familie und Hobby. Das ist genau der Umfang, der in der A1-Prüfung erwartet wird.
Was wird in der Prüfung beim Vorstellen erwartet?
Auf A1 geht es um Name, Alter, Land, Wohnort, Sprachen, Beruf, Hobby – anhand von Stichwörtern, in ganzen Sätzen. Im DTZ und auf A2/B1 wird es freier: Sie erzählen zusammenhängend über Herkunft, Familie, Ausbildung, Beruf und Pläne und beantworten Nachfragen.
Bewertet wird, ob Sie verständlich und in vollständigen Sätzen sprechen. Auf B2 und C1 ist die Vorstellung meist eine kurze Aufwärmphase ohne Bewertung.
Wie stelle ich mich am ersten Arbeitstag vor?
Kurz, mit Namen, Funktion und einem Satz zum Hintergrund: Guten Morgen, ich bin Amir Haddad, der neue Elektriker im Team Instandhaltung. Ich habe vorher fünf Jahre bei einer Baufirma gearbeitet und freue mich, hier anzufangen. Dann der Ball zurück: Und Sie sind …?
Wichtig: siezen, bis das Du angeboten wird; den Nachnamen nennen; und einen Satz für die Frage „Woher kommen Sie?“ bereithalten.
Wie stelle ich mich in einer E-Mail oder am Telefon vor?
Am Telefon zuerst der Name, dann der Grund: Guten Tag, mein Name ist Haddad, ich rufe an wegen … Beim Abnehmen meldet man sich in Deutschland mit dem Nachnamen.
In der E-Mail steht die Vorstellung im ersten Satz nach der Anrede: Mein Name ist Amir Haddad, ich bin seit März Mitarbeiter im Team Instandhaltung und wende mich an Sie, weil …
Wie viel soll ich über mich erzählen?
Meist weniger, als Lernende denken. In der Prüfung: eine bis zwei Minuten, bis der Prüfer nachfragt. Im Beruf: drei bis fünf Sätze, dann die andere Person fragen. Im Vorstellungsgespräch: zwei bis drei Minuten strukturiert. In Vorstellungsrunden: Name, Funktion, ein persönlicher Satz.
Familienstand und Religion gehören in Deutschland im beruflichen Kontext nicht in die Vorstellung.
Preise
Einzelunterricht
45 € / 60 Min.100 % individuell · alle Niveaus
Kleingruppe
30 € / Person · 60 Min.2–3 Personen · kommunikativ
Prüfungsvorbereitung
50 € / 60 Min.Einzelcoaching · alle Formate
10er-Pakete mit Rabatt gibt es auf Anfrage, das Erstgespräch ist kostenlos. Alle Preise unter Was kostet ein Deutschkurs?
Die ersten Sätze sicher – in jeder Situation
Im Einzelunterricht bauen wir Ihre Vorstellung für Prüfung, Beruf und Alltag, schleifen Aussprache und Betonung und üben die Nachfragen, die sicher kommen. Das Erstgespräch ist kostenlos – und ist die beste Gelegenheit, sich einmal vorzustellen.
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