Was eine Grafikbeschreibung leisten muss
Die Aufgabe ist in allen Prüfungen ähnlich: Sie bekommen ein Diagramm mit Titel, Quelle, Achsen und Zahlen und sollen es so beschreiben, dass jemand, der die Grafik nicht sieht, die wesentlichen Informationen versteht. Bewertet werden dabei drei Dinge: ob Sie das Wichtige vom Unwichtigen trennen (nicht jede Zahl vorlesen), ob Sie die passenden sprachlichen Mittel für Entwicklungen und Vergleiche haben, und ob der Text strukturiert ist. Was nicht verlangt wird: die Zahlen zu interpretieren, bevor Sie sie beschrieben haben, oder eine eigene Meinung – die kommt, wenn überhaupt, ganz am Ende und klar abgetrennt.
Der Aufbau in vier Teilen
Einleitung: Was zeigt die Grafik?
Thema, Quelle, Jahr, Art der Angaben (Prozent, absolute Zahlen, Euro), Zeitraum, Diagrammtyp. Zwei bis drei Sätze – alles, was in der Überschrift und am Rand der Grafik steht. Die vorliegende Grafik zeigt …
Hauptaussage: Was fällt sofort auf?
Die eine Information, die man sich merken soll: der Höchstwert, der Trend, der größte Unterschied. Ein Satz, gleich nach der Einleitung. Auffällig ist, dass …
Details: Entwicklungen, Vergleiche, Ausnahmen
Zwei bis vier weitere Beobachtungen mit Zahlen als Beleg: Anfangs- und Endwert, Spitzen, Einbrüche, der Vergleich der Kategorien, Ausreißer. Nicht mehr als acht bis zehn Zahlen im ganzen Text.
Kommentar oder Überleitung
Je nach Aufgabe: eine mögliche Erklärung (Ein Grund dafür könnte sein, dass …), ein Bezug zum eigenen Land oder – in TestDaF und telc C1 – die Überleitung zur Argumentation. Immer im Konjunktiv oder mit vermutlich, wahrscheinlich – Sie wissen die Gründe nicht.
Redemittel für die Einleitung
| Funktion | Redemittel |
|---|---|
| Thema nennen | Die (vorliegende) Grafik / Das Diagramm / Das Schaubild / Die Statistik / Die Tabelle zeigt / stellt dar / gibt Auskunft über / informiert über / veranschaulicht … · Die Grafik mit dem Titel „…“ beschäftigt sich mit … · Das Thema der Grafik ist … · Es geht um … |
| Quelle und Jahr | Die Daten / Zahlen / Angaben stammen von / aus (dem Statistischen Bundesamt, einer Umfrage von …) aus dem Jahr … · Quelle der Grafik ist … · Die Grafik wurde … veröffentlicht / erhoben. |
| Art der Angaben | Die Angaben erfolgen in Prozent / in absoluten Zahlen / in Millionen Euro / in Tausend … · Die Werte beziehen sich auf … · Befragt wurden … Personen (im Alter von … bis …). |
| Zeitraum | Die Grafik umfasst / erfasst den Zeitraum von … bis … · Dargestellt ist die Entwicklung zwischen … und … · im Zeitraum … · über einen Zeitraum von zehn Jahren |
| Diagrammtyp | Es handelt sich um ein Säulendiagramm / ein Balkendiagramm / ein Kreisdiagramm (Tortendiagramm) / ein Liniendiagramm (eine Kurve) / eine Tabelle. · Die x-Achse / horizontale Achse zeigt …, die y-Achse / vertikale Achse … |
Redemittel für Hauptaussage und Details
| Funktion | Redemittel |
|---|---|
| Hauptaussage | Auffällig / Bemerkenswert / Besonders interessant ist, dass … · Auf den ersten Blick fällt auf, dass … · Insgesamt lässt sich feststellen / erkennen, dass … · Die wichtigste Aussage der Grafik ist, dass … · Der Grafik ist zu entnehmen, dass … · Aus der Grafik geht hervor, dass … |
| Anstieg | Die Zahl / Der Anteil / Der Wert steigt / nimmt zu / wächst / erhöht sich / klettert (von … auf … / um … Prozent / um das Doppelte) · verdoppelt / verdreifacht sich · Es ist ein Anstieg / eine Zunahme / ein Zuwachs / ein Wachstum (um … / auf …) zu verzeichnen · … erreicht seinen Höchstwert / Höhepunkt / Spitzenwert im Jahr … |
| Rückgang | … sinkt / fällt / nimmt ab / geht zurück / verringert sich / schrumpft / bricht ein (von … auf … / um …) · halbiert sich · Es ist ein Rückgang / eine Abnahme / ein Einbruch / eine Verringerung zu beobachten · … erreicht seinen Tiefstwert / Tiefpunkt |
| Tempo und Ausmaß | stark, deutlich, erheblich, drastisch, rapide, sprunghaft, kontinuierlich, stetig, allmählich, leicht, geringfügig, kaum, minimal, um ein Vielfaches, um mehr als die Hälfte, um knapp / gut / rund / etwa / fast / über … Prozent |
| Stagnation und Schwankung | … bleibt konstant / stabil / unverändert / auf gleichem Niveau / gleich · … stagniert · … schwankt zwischen … und … · … pendelt sich bei … ein · Es gibt keine wesentlichen Veränderungen / nur geringe Schwankungen |
| Vergleich | Im Vergleich zu / Verglichen mit / Gegenüber … · Während … , liegt / beträgt … · Im Gegensatz dazu … · … liegt (deutlich) über / unter dem Durchschnitt · … doppelt / dreimal so hoch wie … · … an erster / zweiter / letzter Stelle · Den größten / kleinsten Anteil hat … · Mit Abstand am häufigsten … · Am zweithäufigsten … |
| Zahlen angeben | … beträgt / liegt bei / macht … aus / entspricht … Prozent · … Prozent der Befragten geben an, dass … · ein Viertel / ein Drittel / die Hälfte / zwei Drittel / drei Viertel / jeder Fünfte / neun von zehn · knapp / gut / rund / etwa / fast / über / mehr als / weniger als / annähernd … · mit … Prozent / mit … Millionen |
| Zeitangaben | im Jahr … · zwischen … und … · von … bis … · ab … · seit … · bis … · innerhalb von zehn Jahren · im Laufe der Zeit · in den letzten Jahren · zu Beginn / am Ende des Zeitraums · im Vergleich zum Vorjahr |
| Ausnahmen | Eine Ausnahme bildet … · Lediglich / Nur … · Allerdings … · Abgesehen von … · Mit Ausnahme von … |
Der Wortschatz der Entwicklung: Verb und Nomen
Der Kern einer guten Grafikbeschreibung ist, dass man dieselbe Entwicklung als Verb und als Nomen ausdrücken kann – das schafft Variation und ist ein Merkmal von C1. Die wichtigsten Paare:
| Verb | Nomen | Adjektiv / Partizip | Beispielsatz |
|---|---|---|---|
| steigen, ansteigen | der Anstieg | steigend, gestiegen | Die Zahl steigt. – Es gibt einen Anstieg. – die steigende Zahl |
| zunehmen | die Zunahme | zunehmend | Der Anteil nimmt zu. – Eine Zunahme ist zu beobachten. |
| wachsen | das Wachstum | wachsend | Der Markt wächst. – ein Wachstum von 5 Prozent |
| sich erhöhen | die Erhöhung | erhöht | Der Preis erhöht sich. – eine Erhöhung um 10 Prozent |
| sinken | – | sinkend, gesunken | Die Zahl sinkt. (Nomen: der Rückgang) |
| zurückgehen | der Rückgang | rückläufig | Die Nachfrage geht zurück. – ein Rückgang um ein Drittel – rückläufige Zahlen |
| abnehmen | die Abnahme | abnehmend | Das Interesse nimmt ab. – eine deutliche Abnahme |
| fallen | der Fall (selten), der Einbruch | gefallen | Der Umsatz fällt. – ein Einbruch im Jahr 2020 |
| sich verringern | die Verringerung | verringert | Der Abstand verringert sich. |
| sich verdoppeln / verdreifachen / halbieren | die Verdopplung / Verdreifachung / Halbierung | verdoppelt | Die Zahl hat sich verdoppelt. – eine Verdopplung innerhalb von zehn Jahren |
| schwanken | die Schwankung | schwankend | Der Wert schwankt. – starke Schwankungen |
| stagnieren | die Stagnation | stagnierend | Der Markt stagniert. – eine Phase der Stagnation |
| sich stabilisieren | die Stabilisierung | stabil | Die Zahl stabilisiert sich bei … – auf stabilem Niveau |
| den Höchststand erreichen | der Höchststand, der Höhepunkt, der Spitzenwert | – | 2019 wurde der Höchststand erreicht. |
| den Tiefstand erreichen | der Tiefstand, der Tiefpunkt | – | Den Tiefpunkt bildet das Jahr 2020. |
Wie man Verben systematisch in Nomen verwandelt, steht unter Nominalisierung; der Unterschied zwischen steigend und gestiegen unter Partizipien als Adjektive.
Was die einzelnen Prüfungen verlangen
| Prüfung | Wo die Grafik vorkommt | Was erwartet wird |
|---|---|---|
| TestDaF | Papierbasiert: Schriftlicher Ausdruck (erster Teil) und Mündlicher Ausdruck (eine Aufgabe mit Grafik); digital: grafikgestützte Teilaufgaben in Schreiben und Sprechen | Grafik knapp und strukturiert beschreiben (etwa ein Drittel des Textes), dann zur Argumentation überleiten. Wer die Grafik zu ausführlich beschreibt, hat für den Argumentationsteil keine Zeit – der aber wiegt schwerer. Mündlich: kurze Vorbereitungszeit, dann etwa zwei Minuten frei sprechen. Das aktuelle Format in den Modellsätzen des TestDaF-Instituts prüfen. |
| DSH | Textproduktion (oft grafikgestützt); je nach Hochschule | Beschreibung, Vergleich mehrerer Kategorien und Stellungnahme; Nominalstil und Konnektoren werden explizit bewertet. Aufgabenstellungen der jeweiligen Hochschule ansehen – die Formate unterscheiden sich. |
| telc Deutsch C1 (und C1 Hochschule) | Schriftlicher Ausdruck: Wahl zwischen zwei Aufgaben, eine davon meist grafikgestützt; Mündlicher Ausdruck: Präsentation | Grafik beschreiben, die wichtigsten Daten auswählen, mit eigener Erfahrung oder dem Heimatland vergleichen, Stellung nehmen. Bewertet: Aufgabenbewältigung, Kohärenz, Ausdruck, Korrektheit. |
| telc Deutsch B2 | In der allgemeinsprachlichen B2-Prüfung selten; in den B2-Varianten für Beruf und Hochschule häufiger | Kurz und klar; keine Nominalstil-Erwartung, aber die Redemittel für Anstieg, Rückgang und Vergleich sollten sitzen – sie sind auch in der mündlichen Diskussion und im Leseverstehen nützlich. |
| Goethe-Zertifikat C1 | Je nach Prüfungsversion: In der bis 2024 gültigen Fassung Schreiben Aufgabe 1 (Text zu einer Grafik mit Leitpunkten); in der aktuellen Modulprüfung eher stichpunkt- und textgestützt | Etwa 200 Wörter; die Grafik oder die Vorgaben sind Ausgangspunkt für einen argumentierenden Text mit vorgegebenen Inhaltspunkten: beschreiben, interpretieren, mit dem Heimatland vergleichen, Meinung begründen. Das aktuelle Format in den Modellsätzen des Goethe-Instituts prüfen. |
| Studium und Beruf | Referate, Hausarbeiten, Präsentationen, Berichte | Dieselben Redemittel – nur ohne Zeitdruck. Wer die Prüfungsform kann, kann auch die Folie im Meeting erklären. |
Ein vollständiges Beispiel
Angenommen, die Grafik ist ein Liniendiagramm mit dem Titel „Anteil der Erwerbstätigen im Homeoffice in Deutschland 2015–2024“, Angaben in Prozent, Quelle: eine Erhebung des Statistischen Bundesamts. Die Kurve steigt von etwa 12 Prozent (2015) über 13 Prozent (2019) sprunghaft auf 21 Prozent (2020), erreicht 25 Prozent (2021) und liegt danach bei rund 23 bis 24 Prozent. Eine Beschreibung, die in allen Prüfungen tragen würde:
Einleitung: Die vorliegende Grafik mit dem Titel „Anteil der Erwerbstätigen im Homeoffice in Deutschland“ zeigt, wie sich der Anteil der Beschäftigten, die zumindest teilweise von zu Hause arbeiten, zwischen 2015 und 2024 entwickelt hat. Die Daten stammen vom Statistischen Bundesamt; die Angaben erfolgen in Prozent. Es handelt sich um ein Liniendiagramm.
Hauptaussage: Auffällig ist vor allem der sprunghafte Anstieg im Jahr 2020: Innerhalb eines Jahres stieg der Anteil von rund 13 auf 21 Prozent.
Details: In den Jahren davor war die Entwicklung dagegen nahezu konstant: Zwischen 2015 und 2019 nahm der Wert nur geringfügig von etwa 12 auf 13 Prozent zu. Nach dem Anstieg im Jahr 2020 setzte sich das Wachstum zunächst fort und erreichte 2021 mit 25 Prozent seinen Höchststand. In den folgenden Jahren ging der Anteil leicht zurück und pendelte sich bei rund 23 bis 24 Prozent ein. Insgesamt hat sich der Anteil der Erwerbstätigen im Homeoffice im dargestellten Zeitraum damit fast verdoppelt.
Kommentar: Der abrupte Anstieg im Jahr 2020 dürfte mit der Corona-Pandemie zusammenhängen, während der viele Unternehmen zum Arbeiten von zu Hause übergingen. Dass die Werte nach 2021 nur leicht gesunken sind, deutet darauf hin, dass sich das Homeoffice dauerhaft etabliert hat. In meinem Heimatland …
Der Text hat etwa 200 Wörter, nennt acht Zahlen, benutzt sechs verschiedene Verben und Nomen der Entwicklung und markiert den Übergang zur Interpretation deutlich (dürfte, deutet darauf hin). Genau das ist die Struktur, die Korrektoren erwarten.
Typische Fehler – und was dagegen hilft
| Fehler | Was dagegen hilft |
|---|---|
| Alle Zahlen vorlesen – Jahr für Jahr, Kategorie für Kategorie | Vor dem Schreiben drei Beobachtungen auswählen: Hauptaussage, eine Entwicklung, ein Vergleich. Zahlen nur als Beleg. |
| Interpretieren statt beschreiben – Die Menschen arbeiten mehr zu Hause, weil … im zweiten Satz | Erst beschreiben, dann deuten – und die Deutung sprachlich markieren: vermutlich, dürfte, könnte, deutet darauf hin. |
| Falsche Präpositionen bei Zahlen – | von … auf (Start- und Endwert) · um (Differenz) · bei (Niveau: liegt bei) · auf (Endwert: steigt auf). Siehe Präpositionen. |
| Prozent und Prozentpunkte verwechseln | Von 20 auf 25 Prozent = ein Anstieg um fünf Prozentpunkte (oder um ein Viertel), nicht um fünf Prozent. |
| Immer dasselbe Verb – steigt, steigt, steigt | Die Tabelle oben: Verb → Nomen → Adjektiv wechseln. Die Zahl steigt. Es ist ein Anstieg zu verzeichnen. Die steigende Tendenz … |
| Falsche Zeitform – Präsens für abgeschlossene Jahre | Beschreibung der Grafik selbst im Präsens (Die Grafik zeigt), abgeschlossene Entwicklungen im Präteritum oder Perfekt (Der Anteil stieg 2020 auf …; hat sich verdoppelt). Konsistent bleiben. |
| Einleitung vergessen oder mit „Ich sehe eine Grafik“ beginnen | Der erste Satz ist immer: Die Grafik zeigt / gibt Auskunft über … mit Thema, Quelle, Jahr, Einheit. |
| Zu lang (TestDaF) – die halbe Zeit für die Grafik | Grafik = ein Drittel, Argumentation = zwei Drittel. Mit Uhr üben. |
| Die Grafik nicht verstanden – Achsen oder Einheit falsch gelesen | Zwei Minuten Lesezeit einplanen: Titel, Achsen, Einheit, Legende, Quelle. Erst dann schreiben. |
Was auf welcher Stufe realistisch ist
| Stufe | Erwartung |
|---|---|
| B1 | Einfache Grafiken verstehen und die wichtigste Aussage mit steigen, sinken, am meisten, am wenigsten und Prozentangaben wiedergeben – Vorstufe, nicht Prüfungsgegenstand |
| B2 | Vierteiliger Aufbau; Redemittel für Einleitung, Anstieg, Rückgang, Vergleich; Zahlen mit von … auf, um, bei; ein kurzer Kommentar mit vermutlich |
| C1 | Variation zwischen Verb, Nomen und Partizip; Tempo- und Ausmaßadverbien; Nominalstil in Einleitung und Fazit; Prozentpunkte; Überleitung zur Argumentation unter Zeitdruck; mündlich flüssig mit Blick auf die Grafik statt auf Notizen |
So üben wir das in der Prüfungsvorbereitung
Die Grafikbeschreibung ist eine Fertigkeit, die man mit zehn bis fünfzehn Grafiken verlässlich lernt – wenn jede davon korrigiert wird. In der telc-, Goethe- und TestDaF-Vorbereitung beginnen wir mit dem Aufbau an einer einfachen Grafik, bauen dann die Redemittel nach Funktion auf und arbeiten uns zu den Grafiktypen und Zeitvorgaben der jeweiligen Prüfung vor. Sie schreiben, ich korrigiere mit Blick auf die Bewertungskriterien – und wir sprechen die Beschreibung auch laut durch, weil die mündliche Version in TestDaF, telc C1 und Goethe C1 ebenfalls vorkommt. Für die mündliche Prüfung üben wir zusätzlich, mit 90 Sekunden Vorbereitung eine Grafik frei zu präsentieren. Wer die Grafikbeschreibung für Präsentationen im Studium oder Beruf braucht, arbeitet mit eigenen Folien.
Häufige Fragen
Wie fange ich eine Grafikbeschreibung an?
Mit einem Satz, der Thema, Quelle, Jahr und Einheit nennt: Die vorliegende Grafik zeigt / gibt Auskunft über … Die Daten stammen von … aus dem Jahr … Die Angaben erfolgen in Prozent. Alles dafür steht im Titel und am Rand der Grafik. Der zweite Satz nennt den Diagrammtyp und den Zeitraum.
Erst danach kommt die Hauptaussage – die eine Beobachtung, die sofort auffällt. Nicht mit Ich sehe oder Auf dem Bild ist beginnen.
Wie viele Zahlen soll ich nennen?
So wenige wie nötig – als Beleg für Ihre Beobachtungen, nicht als Vorlesen der Grafik. In einem Text von 200 Wörtern sind acht bis zehn Zahlen ein guter Rahmen: Anfangs- und Endwert, Höchst- und Tiefstwert, der größte Unterschied im Vergleich.
Wer jede Kategorie und jedes Jahr nennt, zeigt nicht, dass er Wichtiges von Unwichtigem trennen kann – und genau das wird bewertet. Zahlen runden ist erlaubt und erwünscht: rund 23 Prozent, knapp ein Viertel, gut die Hälfte.
Welche Zeitform benutze ich in der Grafikbeschreibung?
Zwei Zeitformen, klar getrennt. Alles, was die Grafik als Dokument betrifft, steht im Präsens: Die Grafik zeigt, die Angaben erfolgen in Prozent, der Grafik ist zu entnehmen. Entwicklungen in abgeschlossenen Jahren stehen im Präteritum oder Perfekt: Der Anteil stieg 2020 auf 21 Prozent; die Zahl hat sich seit 2015 verdoppelt.
Für Zustände, die bis heute andauern, ist das Präsens wieder richtig: Seit 2022 liegt der Wert bei rund 23 Prozent. Wichtig ist Konsistenz – nicht innerhalb eines Absatzes zwischen den Formen springen. Mehr dazu: Zeitformen.
Was ist der Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten?
Wenn ein Anteil von 20 auf 25 Prozent steigt, ist er um fünf Prozentpunkte gestiegen – und um 25 Prozent, weil 5 ein Viertel von 20 ist. „Um fünf Prozent“ wäre falsch und würde nur 21 Prozent ergeben.
In der Prüfung ist die sicherste Formulierung die mit von … auf …: Der Anteil stieg von 20 auf 25 Prozent. Wer die Differenz nennen will, sagt um fünf Prozentpunkte oder relativ um ein Viertel. Korrektoren mit Statistikkenntnis merken den Fehler; für die Bewertung ist er aber weniger wichtig als Aufbau und sprachliche Mittel.
Wie lang soll die Grafikbeschreibung im TestDaF sein?
Kurz – etwa ein Drittel des gesamten Textes. Der schriftliche Ausdruck im TestDaF besteht aus Grafikbeschreibung und Argumentation, und die Argumentation wird stärker gewichtet. Wer 30 der 60 Minuten für die Grafik verbraucht, kommt beim wichtigeren Teil in Zeitnot.
Eine gute Beschreibung hat 80 bis 120 Wörter: Einleitung mit Thema, Quelle, Einheit; Hauptaussage; zwei bis drei Details mit Zahlen; ein Satz zur Überleitung. Dasselbe gilt für den mündlichen Ausdruck: Grafik in etwa einer Minute, dann zur Frage der Aufgabe. Die Vorbereitung: TestDaF & DSH.
Preise
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Zehn Grafiken, ein fester Aufbau – und die Prüfung sitzt
Die Grafikbeschreibung ist eine der lernbarsten Aufgaben in telc C1, Goethe C1, TestDaF und DSH: fester Aufbau, dreißig Redemittel, klare Kriterien. In der Prüfungsvorbereitung üben wir sie an echten Grafiken, schriftlich und mündlich, mit Korrektur nach den Bewertungskriterien. Das Erstgespräch ist kostenlos.
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