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Sprechen · B1 bis C1

Präsentation auf Deutsch halten

Ein Vortrag ist die einzige Sprechsituation, in der niemand hilft: keine Nachfrage, kein Gegenüber, das den Satz zu Ende führt. Genau deshalb steht er in den B2- und C1-Prüfungen – und deshalb fürchten ihn so viele. Hier steht, wie eine Präsentation auf Deutsch aufgebaut ist, welche Redemittel sie tragen und wie man sie trainiert.

Wo Sie auf Deutsch präsentieren müssen

Die Situation kommt häufiger vor, als viele denken – und fast immer dann, wenn etwas davon abhängt:

In der Prüfung

Beim Goethe-Zertifikat B2 beginnt der mündliche Teil mit einem kurzen Vortrag zu einem vorgegebenen Thema. Auch bei telc B2 und C1, beim Deutsch-Test für den Beruf ab B2 und beim TestDaF gehört eine zusammenhängende Präsentation zum Sprechen.

Im Studium

Referate sind in deutschen Seminaren Pflicht – oft 15 bis 30 Minuten, mit Handout und Diskussion. Was das für Studierende bedeutet, hat eine eigene Seite.

Im Beruf

Projektstand im Meeting, Ergebnisse vor Kundinnen und Kunden, die Vorstellung im Vorstellungsgespräch. Fachwortschatz und Register kommen dazu – siehe Business-Deutsch.

Im Elterngespräch, im Team, im Verein

Auch kurz und ohne Folien: Wer drei Minuten zusammenhängend etwas erklären muss, hält eine Präsentation. Der Aufbau ist derselbe.

Der Aufbau in fünf Schritten

Prüferinnen und Prüfer, Dozentinnen und Vorgesetzte erwarten dieselbe Grundstruktur. Wer sie beherrscht, kann mit jedem Thema umgehen – auch mit einem, das er erst zehn Minuten vorher bekommen hat.

1

Einleitung: Thema und Gliederung

Nennen Sie das Thema und sagen Sie, was kommt. Das gibt Ihnen selbst den Fahrplan und zeigt der Zuhörerschaft, dass Sie einen haben. Zwei bis drei Sätze reichen.

2

Persönlicher Bezug oder Ausgangslage

Warum ist das Thema relevant – für Sie, für Ihr Land, für die Gesellschaft? In Prüfungen ist das oft ausdrücklich verlangt („Beschreiben Sie Ihre Erfahrungen“).

3

Hauptteil: zwei bis drei Punkte

Nicht mehr. Jeder Punkt mit einem Argument und einem Beispiel. Bei Prüfungsthemen meist: Vorteile, Nachteile, Situation im Heimatland – oder Ursachen, Folgen, Lösungen.

4

Schluss: Fazit und eigene Meinung

Fassen Sie in einem Satz zusammen und sagen Sie klar, was Sie selbst denken. Ein Vortrag ohne Schluss wirkt abgebrochen – und das fällt in der Bewertung auf.

5

Übergabe: Fragen einladen

„Vielen Dank – gibt es Fragen?“ Ein klares Ende signalisiert Souveränität und leitet in den Gesprächsteil über, der in fast jeder Prüfung folgt.

Redemittel für jeden Teil

TeilRedemittel
Thema nennenIch möchte heute über … sprechen. · Mein Thema ist … · In meinem Vortrag geht es um …
GliedernZuerst werde ich …, dann … und zum Schluss … · Ich habe meinen Vortrag in drei Teile gegliedert: … · Beginnen wir mit …
Persönlicher BezugAus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass … · In meinem Heimatland ist es so, dass … · Ich habe selbst erlebt, dass …
Neuer PunktKommen wir nun zu … · Ein weiterer wichtiger Aspekt ist … · Damit komme ich zum zweiten Punkt: …
BeispielEin Beispiel dafür ist … · Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass … · Nehmen wir an, …
Vor- und NachteileDafür spricht, dass … · Dagegen spricht allerdings, dass … · Einerseits …, andererseits …
FazitZusammenfassend lässt sich sagen, dass … · Alles in allem … · Ich komme zu dem Schluss, dass …
Eigene MeinungIch persönlich bin der Meinung, dass … · Meiner Ansicht nach … · Ich halte … für …
AbschlussDamit bin ich am Ende meines Vortrags. · Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. · Haben Sie noch Fragen?

Eine ausführliche Sammlung nach Funktion und Niveau – Meinung, Zustimmung, Widerspruch, Grafikbeschreibung – steht unter Redemittel für die Deutschprüfung.

Was in der Prüfung bewertet wird

Die Bewertungsraster der großen Prüfungen unterscheiden sich in Details, aber die Kriterien sind im Kern dieselben. Als telc-lizenzierte Prüferin für den mündlichen Teil achte ich – und achten meine Kolleginnen und Kollegen – auf vier Dinge:

  • Aufgabenbewältigung: Haben Sie alle Punkte der Aufgabe behandelt? Wer nur Vorteile nennt, obwohl nach Vor- und Nachteilen gefragt war, verliert hier Punkte – unabhängig von der Sprache.
  • Struktur und Zusammenhang: Gibt es Einleitung, Hauptteil, Schluss? Sind die Teile verbunden? Hier zahlen sich die Redemittel aus – siehe auch Satzbau und Wortstellung.
  • Wortschatz und Grammatik: Bandbreite und Korrektheit. Auf B2 werden Nebensätze, Passiv und Konjunktiv II erwartet; auf C1 kommen Nominalstil und Idiomatik dazu.
  • Aussprache und Flüssigkeit: Verständlichkeit, Tempo, Pausen. Nicht Akzentfreiheit – die verlangt niemand. Aber ein Vortrag, der alle drei Wörter stockt, wird auch bei perfekter Grammatik schlechter bewertet. Dazu Aussprache verbessern.

Ein Hinweis aus der Praxis: Viele Vorträge scheitern nicht an der Sprache, sondern an der Zeit. Wer in der Einleitung zu lange bleibt, wird beim zweiten Punkt unterbrochen – und hat dann weder Schluss noch Meinung untergebracht. Deshalb üben wir mit Uhr.

Nachfragen: der Teil, den niemand vorbereitet

Nach fast jedem Vortrag kommen Fragen – in der Prüfung von der zweiten Person oder der Prüferin, im Studium vom Seminar, im Beruf vom Chef. Das ist der Moment, in dem auswendig Gelerntes nicht mehr hilft. Was hilft:

  • Zeit gewinnen: Das ist eine gute Frage. · Wenn ich Sie richtig verstehe, fragen Sie, ob … · Lassen Sie mich kurz überlegen.
  • Nachfragen, wenn nötig: Könnten Sie die Frage bitte wiederholen? · Meinen Sie damit, dass …? – das kostet keine Punkte, eine Antwort auf die falsche Frage schon.
  • Ehrlich bleiben: Das kann ich nicht genau sagen, aber ich vermute, dass … ist besser als eine erfundene Antwort.
  • Zurückspielen: Wie sehen Sie das? – in Paarprüfungen ausdrücklich erwünscht, weil Interaktion bewertet wird.

Die häufigsten Fehler – und was dagegen hilft

FehlerWas stattdessen hilft
Text auswendig lernen und aufsagenNur das Gerüst lernen; Inhalt in Stichworten notieren und frei formulieren
Keine Gliederung nennenZwei Sätze Fahrplan am Anfang – auch wenn es banal wirkt
Fünf Punkte statt dreiWeniger Punkte, jeder mit Beispiel. Tiefe schlägt Breite
Kein SchlussFazit und Meinung als feste Bausteine, die immer kommen
Zu schnell sprechen aus NervositätPausen setzen – nach der Einleitung, nach jedem Punkt. Pausen wirken souverän, nicht unsicher
Nur HauptsätzeAb B2 gezielt Nebensätze, Passiv und Konjunktiv II einbauen – siehe Nebensätze und Passiv

Wie das Training abläuft

Präsentieren lernt man durch Präsentieren – mit Rückmeldung. Im Einzelunterricht sieht das so aus:

  • Erster Vortrag als Diagnose. Sie halten einen kurzen Vortrag zu einem Prüfungsthema, ich bewerte ihn nach dem echten Raster. So sehen wir, wo Punkte verloren gehen: Struktur, Zeit, Grammatik oder Aussprache.
  • Gerüst aufbauen. Ein festes Set an Redemitteln, das Sie auf jedes Thema anwenden können – nicht mehr als nötig, aber sicher.
  • Vorbereitungszeit üben. In der Prüfung haben Sie nur wenige Minuten, um Stichpunkte zu machen. Wir üben, wie Sie diese Zeit nutzen: erst Gliederung, dann Beispiele, dann Meinung.
  • Mit Uhr und Aufnahme. Online lässt sich der Vortrag leicht aufzeichnen. Sich selbst zu hören ist unangenehm – und der schnellste Weg, Tempo und Füllwörter in den Griff zu bekommen.
  • Fragerunde simulieren. Ich stelle die Fragen, die in der Prüfung typischerweise kommen – und die unangenehmen, die im Beruf kommen.

Für Studierende und Berufstätige arbeiten wir mit Ihrer echten Präsentation: dem Referat, das nächste Woche ansteht, oder den Folien fürs Meeting.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Vortrag in der B2-Prüfung?

Wenige Minuten – je nach Prüfung etwa drei bis fünf. Die genaue Vorgabe steht in den offiziellen Modellsätzen von telc und Goethe-Institut, und genau mit dieser Vorgabe trainieren wir.

Wichtiger als die Sekunde ist, dass Sie Einleitung, Hauptteil und Schluss unterbringen, ohne abgebrochen zu werden.

Darf ich meine Präsentation auswendig lernen?

Die Struktur und die Redemittel ja, den Inhalt nicht. In der Prüfung bekommen Sie das Thema erst in der Vorbereitungszeit; ein auswendig gelernter Text passt dann nicht.

Was Sie vorher lernen können, ist das Gerüst: wie Sie einleiten, gliedern, ein Beispiel einführen und abschließen. Das funktioniert mit jedem Thema.

Was mache ich, wenn ich eine Nachfrage nicht verstehe?

Nachfragen – das ist erlaubt und wird nicht negativ bewertet. „Könnten Sie die Frage bitte wiederholen?“ oder „Meinen Sie damit, dass …?“ zeigt, dass Sie ein Gespräch führen können.

Schweigen oder eine Antwort auf eine andere Frage kostet dagegen Punkte.

Hilft das Training auch für Präsentationen im Beruf und im Studium?

Ja, das Gerüst ist dasselbe. Im Beruf kommen Fachwortschatz, Folien und längere Fragerunden dazu, im Studium die wissenschaftliche Form des Referats.

Beides trainiere ich im Einzelunterricht – gern mit Ihrer echten Präsentation als Material.

Preise

Einzelunterricht

45 € / 60 Min.

Präsentationstraining · Studium & Beruf

Prüfungsvorbereitung

50 € / 60 Min.

Vortrag im Prüfungsformat · telc, Goethe, DTB

Kleingruppe

30 € / Person · 60 Min.

2–3 Personen · mit echtem Publikum

10er-Pakete mit Rabatt gibt es auf Anfrage, das Erstgespräch ist kostenlos. Alle Preise unter Was kostet ein Deutschkurs?

Halten Sie Ihren ersten Vortrag bei mir

Schreiben Sie mir, wofür Sie präsentieren müssen – Prüfung, Referat oder Meeting. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir Niveau und Ziel, und in der ersten Stunde halten Sie einen kurzen Vortrag, den wir gemeinsam auswerten.

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