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Grammatik verstehen · A1 bis B1

Plural im Deutschen: die Regeln für die Mehrzahl

Im Englischen hängt man ein -s an, im Deutschen gibt es fünf Endungen, manchmal einen Umlaut dazu – und keine Regel ohne Ausnahme. Trotzdem ist der Plural kein Glücksspiel: Es gibt klare Tendenzen nach Genus und Wortendung, die etwa 80 Prozent der Fälle abdecken. Hier stehen sie, mit Tabellen, den wichtigsten Ausnahmen und der Lernmethode, die wirklich funktioniert.

Die fünf Pluralendungen im Überblick

Jedes deutsche Nomen bildet seinen Plural nach einem von fünf Mustern. Bei dreien davon kann zusätzlich ein Umlaut kommen (a → ä, o → ö, u → ü, au → äu):

Endungohne Umlautmit Umlauttypisch für
-eder Tisch – die Tische, das Jahr – die Jahreder Stuhl – die Stühle, die Hand – die Händemaskuline und neutrale Nomen, einige feminine einsilbige
-(e)ndie Frau – die Frauen, die Blume – die Blumen, der Student – die Studenten– (nie mit Umlaut)die große Mehrheit der femininen Nomen, n-Deklination
-erdas Kind – die Kinder, das Bild – die Bilderdas Buch – die Bücher, der Mann – die Männereinsilbige neutrale Nomen, wenige maskuline
-sdas Auto – die Autos, das Handy – die Handys, der Chef – die Chefs– (nie mit Umlaut)Fremdwörter, Abkürzungen, Nomen auf -a, -o, -i, -u, -y
– (keine Endung)der Lehrer – die Lehrer, das Mädchen – die Mädchender Apfel – die Äpfel, der Vater – die Väter, die Mutter – die Müttermaskuline und neutrale Nomen auf -er, -el, -en; alle Nomen auf -chen, -lein

Ob ein Umlaut kommt, lässt sich nicht sicher vorhersagen – aber er ist nur bei a, o, u, au im Stamm überhaupt möglich und bei -en und -s ausgeschlossen. Feminine Nomen sind fast nie von einem Umlaut betroffen, weil sie fast immer -en nehmen.

Die Tendenzen: Genus und Wortendung verraten den Plural

Wenn Sie den Artikel eines Nomens kennen, kennen Sie in den meisten Fällen auch seinen Plural. Wie Sie den Artikel erkennen, steht unter Der, die oder das? – hier die Fortsetzung:

Feminin: fast immer -(e)n

RegelBeispiele
Nomen auf -e → -ndie Lampe – die Lampen, die Straße – die Straßen, die Woche – die Wochen
Nomen auf -ung, -heit, -keit, -schaft, -ion, -tät, -ie, -ur → -endie Wohnung – die Wohnungen, die Krankheit – die Krankheiten, die Nation – die Nationen, die Universität – die Universitäten
Nomen auf -in → -nendie Lehrerin – die Lehrerinnen, die Ärztin – die Ärztinnen
Ausnahmen: einsilbige feminine Nomen oft -e mit Umlautdie Hand – die Hände, die Stadt – die Städte, die Nacht – die Nächte, die Wand – die Wände, die Kuh – die Kühe
Ausnahmen ohne Endung (nur zwei)die Mutter – die Mütter, die Tochter – die Töchter

Maskulin: meistens -e, oft mit Umlaut

RegelBeispiele
einsilbige Nomen → -e, häufig mit Umlautder Tisch – die Tische, der Zug – die Züge, der Arzt – die Ärzte, der Platz – die Plätze
Nomen auf -er, -el, -en → keine Endung (manchmal Umlaut)der Lehrer – die Lehrer, der Schlüssel – die Schlüssel, der Wagen – die Wagen, der Vogel – die Vögel, der Garten – die Gärten
n-Deklination (Personen und Tiere auf -e, Nomen auf -ent, -ant, -ist) → -(e)nder Junge – die Jungen, der Kollege – die Kollegen, der Student – die Studenten, der Polizist – die Polizisten
wenige mit -er + Umlautder Mann – die Männer, der Wald – die Wälder, der Gott – die Götter

Neutrum: -e ohne Umlaut, -er mit Umlaut, oder nichts

RegelBeispiele
viele einsilbige Nomen → -er, mit Umlaut wo möglichdas Kind – die Kinder, das Buch – die Bücher, das Haus – die Häuser, das Land – die Länder
andere einsilbige und Nomen mit Präfix Ge- → -e, praktisch nie mit Umlautdas Jahr – die Jahre, das Heft – die Hefte, das Gesetz – die Gesetze, das Gespräch – die Gespräche
Nomen auf -chen, -lein, -er, -el, -en → keine Endungdas Mädchen – die Mädchen, das Fenster – die Fenster, das Zimmer – die Zimmer, das Zeichen – die Zeichen
Nomen auf -um, -a aus dem Lateinischen/Griechischen → -endas Museum – die Museen, das Zentrum – die Zentren, das Thema – die Themen, das Datum – die Daten

Der -s-Plural: die Ausnahme, die man leicht erkennt

Das -s nehmen Wörter, die von außen kommen oder auf einen Vokal enden: das Auto – die Autos, das Foto – die Fotos, der Park – die Parks, das Hotel – die Hotels, die E-Mail – die E-Mails, der Lkw – die Lkws, die Oma – die Omas. Auch bei Familiennamen: die Müllers. Wörter auf -e gehören nicht dazu – die nehmen -n.

Der Dativ Plural: noch ein -n

Im Dativ Plural bekommt das Nomen zusätzlich ein -n – egal, welche Pluralendung es hat. Ausgenommen sind nur Plurale, die schon auf -n enden, und der -s-Plural:

  • die Kinder → mit den Kindern
  • die Bücher → in den Büchern
  • die Tische → auf den Tischen
  • die Frauen → mit den Frauen (endet schon auf -n)
  • die Autos → in den Autos (-s-Plural bleibt)

Dieses -n ist ein sehr häufiger Fehler bis B1 und in Prüfungen ein leichter Punkt, den man nicht verschenken sollte. Wann der Dativ steht, erklärt Akkusativ oder Dativ?

Nomen ohne Plural – und Nomen ohne Singular

Einige Nomen haben nur eine Form. Das ist wichtig, weil man sonst Plurale bildet, die es nicht gibt:

Nur SingularNur Plural
Stoffe und Sammelbegriffe: das Obst, das Gemüse, das Fleisch, die Milch, der Zucker, das Wasser, das Geld, das Gepäck, die Kleidung, das Personal
Abstrakta: die Liebe, der Hunger, das Glück, die Ruhe, der Verkehr, die Gesundheit
die Eltern, die Leute, die Geschwister, die Ferien, die Kosten, die Lebensmittel, die Möbel, die Unterlagen, die Alpen

Wer Mengen ausdrücken will, hilft sich mit Maßangaben: ein Glas Wasser, zwei Kilo Obst, drei Stück Gepäck, ein Möbelstück. Die Informationen und die Ratschläge haben – anders als im Englischen – sehr wohl einen Plural.

Die Lernmethode: Nomen immer als Dreierpaket

Die ehrliche Antwort auf „Wie lerne ich den Plural?“ lautet: zusammen mit dem Wort, nie nachträglich. Ein Nomen ist im Deutschen erst vollständig gelernt, wenn Sie Artikel, Wort und Plural in einem Atemzug sagen können: das Kind, die Kinder. Wörterbücher und Lehrbücher notieren das verkürzt – diese Notation sollten Sie lesen können:

NotationBedeutungPlural
das Kind, -erEndung -erdie Kinder
der Stuhl, ¨-eUmlaut + Endung -edie Stühle
der Apfel, ¨-Umlaut, keine Endungdie Äpfel
der Lehrer, -keine Änderungdie Lehrer
die Frau, -enEndung -endie Frauen
das Auto, -sEndung -sdie Autos
die Milch (Sg.)nur Singular–

Wie man Wortschatz so anlegt, dass Artikel und Plural mitgelernt werden – etwa mit Farbcodes für das Genus und Beispielsätzen statt Listen –, steht unter Wortschatz aufbauen.

Was auf welcher Stufe verlangt wird

StufeErwartung
A1Plural der häufigsten Alltagsnomen (Familie, Wohnung, Essen, Zahlen) als gelernte Formen; -s-Plural bei Fremdwörtern – siehe A1-Kurs
A2Tendenzen nach Genus anwenden; Dativ Plural mit -n; feminine Nomen auf -ung, -heit, -keit und -in sicher – siehe A2-Kurs
B1Plural auch bei abstrakten und weniger häufigen Nomen weitgehend richtig; n-Deklination; Nomen ohne Plural erkennen – siehe B1-Kurs
B2+Fachwortschatz mit lateinischen und griechischen Pluralen (Praktika, Themen, Visa/Visen, Konten), Doppelformen (die Wörter / die Worte)

Typische Fehler – und was dagegen hilft

  • -s überall: die Kinds, die Tischs. Gegenmittel: -s nur bei Fremdwörtern, Abkürzungen und Wörtern auf Vokal (außer -e).
  • Umlaut vergessen oder erfunden: die Stuhle, die Tische → die Tösche. Gegenmittel: Umlaut immer mit dem Wort lernen, nicht als Regel.
  • Dativ-n vergessen: mit den Kinder. Gegenmittel: Dativ Plural = Artikel auf -n + Nomen auf -n.
  • Plural von Stoffnamen: zwei Milchs, viele Obste. Gegenmittel: Maßangabe davor – zwei Liter Milch.
  • Feminine Nomen ohne Endung: die Frau – die Frau. Gegenmittel: Feminin heißt fast immer -(e)n.
  • Plural von Nomen auf -in mit einem n: die Lehrerinen. Gegenmittel: -innen – zwei n.

Im Unterricht lernen wir Nomen von Anfang an als Dreierpaket und wiederholen die Pluralformen in Sätzen, nicht in Listen. Wie das konkret aussieht, beschreibt die Seite Deutsche Grammatik verstehen.

Häufige Fragen

Wie viele Pluralendungen gibt es im Deutschen?

Fünf: -e, -(e)n, -er, -s und keine Endung. Bei -e, -er und der Nullendung kann zusätzlich ein Umlaut kommen (der Stuhl – die Stühle, das Buch – die Bücher, der Apfel – die Äpfel).

Welche Endung ein Nomen nimmt, hängt vor allem vom Genus und von der Wortendung ab – mit klaren Tendenzen, aber nicht ohne Ausnahmen.

Gibt es eine Regel für den Plural im Deutschen?

Es gibt starke Tendenzen: Feminine Nomen nehmen fast immer -(e)n; maskuline meist -e, oft mit Umlaut; neutrale einsilbige oft -er mit Umlaut; Nomen auf -er, -el, -en, -chen, -lein bleiben unverändert; Fremdwörter und Wörter auf -a, -o, -i, -u, -y nehmen -s.

Damit lassen sich rund vier von fünf Nomen richtig bilden. Den Rest – vor allem den Umlaut – lernt man mit dem Wort.

Wann bekommt der Plural im Dativ ein -n?

Immer, wenn die Pluralform nicht schon auf -n oder -s endet: die Kinder → mit den Kindern, die Bücher → in den Büchern. Aber: mit den Frauen (endet schon auf -n), in den Autos (-s-Plural).

Welche Nomen haben keinen Plural?

Stoffnamen und Sammelbegriffe (Milch, Obst, Gepäck, Geld, Kleidung) und viele Abstrakta (Hunger, Glück, Ruhe). Mengen drückt man mit Maßangaben aus: zwei Liter Milch, drei Stück Gepäck.

Umgekehrt gibt es Nomen nur im Plural: die Eltern, die Leute, die Geschwister, die Ferien, die Kosten, die Möbel.

Wie lerne ich den Plural am besten?

Zusammen mit dem Wort und dem Artikel – als Dreierpaket: das Kind, die Kinder. Wer Nomen ohne Plural lernt, muss ihn später einzeln nachholen; das kostet doppelt Zeit.

Sinnvoll ist außerdem, die Wörterbuchnotation zu lesen (der Stuhl, ¨-e) und Pluralformen in Sätzen zu wiederholen statt in Listen.

Preise

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45 € / 60 Min.

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30 € / Person · 60 Min.

2–3 Personen · kommunikativ

Prüfungsvorbereitung

50 € / 60 Min.

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Artikel und Plural gleich mitlernen

Der Plural ist keine Regel, die man einmal versteht, sondern eine Gewohnheit beim Wortschatzlernen. Im Einzelunterricht bauen wir sie von Anfang an ein – mit dem Wortschatz, den Sie wirklich brauchen. Schreiben Sie mir, wo Sie stehen.

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