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Prüfungsvorbereitung · B1 bis C1

Redemittel für die Deutschprüfung

Redemittel sind keine Zauberformeln – aber sie geben Ihnen in der Prüfung Zeit zum Denken und dem Gesagten eine Struktur, die Prüferinnen und Prüfer sofort erkennen. Hier stehen die Wendungen, die in telc, Goethe und DTZ tatsächlich gebraucht werden – nach Aufgabe und Niveau sortiert, mit dem Blick einer lizenzierten telc-Prüferin.

Was Redemittel in der Prüfung leisten – und was nicht

Ein Redemittel ist eine feste Wendung, mit der Sie eine sprachliche Handlung einleiten: eine Meinung sagen, widersprechen, etwas vorschlagen. In der Prüfung hat das drei Vorteile: Sie gewinnen Zeit, weil der Satzanfang schon steht. Sie geben dem Gesagten eine Struktur, die im Bewertungsraster ausdrücklich vorkommt. Und Sie zeigen Register – dass Sie wissen, wie man in einer Diskussion höflich widerspricht oder in einem formellen Brief um etwas bittet.

Was Redemittel nicht leisten: Sie ersetzen keinen Inhalt. Als Prüferin höre ich sofort, wenn jemand eine Liste abarbeitet, ohne auf die Aufgabe oder das Gegenüber einzugehen. Punkte gibt es für passende Bausteine mit passendem Inhalt – nicht für Bausteine allein. Wonach genau bewertet wird, steht unter Mündliche Prüfung meistern.

Die wichtigste Regel: Lernen Sie jedes Redemittel mit dem ganzen Satz, nicht nur den Anfang. Nach Ich bin der Meinung, dass … steht das Verb am Ende. Der häufigste Fehler in Prüfungen ist eine perfekt gelernte Einleitung mit einem falschen Nebensatz dahinter – siehe Nebensätze und Konjunktionen.

Meinung äußern

Die Grundfunktion in fast jeder mündlichen und schriftlichen Aufgabe ab B1.

NiveauRedemittel
B1Ich finde, dass … · Ich glaube, dass … · Meiner Meinung nach … · Ich denke, … · Für mich ist … wichtig.
B2Ich bin der Meinung / der Ansicht, dass … · Ich bin davon überzeugt, dass … · Aus meiner Sicht … · Ich halte … für sinnvoll / problematisch. · Es scheint mir, dass …
C1Ich vertrete den Standpunkt, dass … · Meines Erachtens … · Ich neige zu der Auffassung, dass … · Es lässt sich nicht bestreiten, dass … · Man sollte nicht außer Acht lassen, dass …

Meiner Meinung nach ist eine Falle: Danach folgt kein dass und kein Komma, sondern direkt das Verb – Meiner Meinung nach ist das richtig. Wer Meiner Meinung nach, dass … sagt, verliert Punkte für Grammatik, obwohl er ein Redemittel benutzt hat.

Zustimmen und widersprechen

In Paarprüfungen bei telc, Goethe und DTZ müssen Sie auf Ihr Gegenüber reagieren. Das wird ausdrücklich bewertet – wer nur seinen eigenen Text vorträgt, verschenkt einen ganzen Teil der Punkte.

FunktionB1B2 / C1
ZustimmenJa, das stimmt. · Da haben Sie recht. · Das finde ich auch. · Genau!Dem kann ich nur zustimmen. · Das sehe ich genauso. · Sie sprechen mir aus der Seele. · Ich teile Ihre Einschätzung, dass …
Teilweise zustimmenJa, aber … · Das stimmt, aber … · Einerseits …, andererseits …Das mag stimmen, allerdings … · Ich stimme Ihnen in dem Punkt zu, dass …, aber … · Da bin ich nur zum Teil Ihrer Meinung.
WidersprechenDas sehe ich anders. · Ich glaube nicht, dass … · Das finde ich nicht.Da muss ich Ihnen widersprechen. · Das überzeugt mich nicht ganz, weil … · Ich sehe das etwas differenzierter. · Das halte ich für fraglich.
NachfragenWie meinen Sie das? · Können Sie das noch einmal sagen?Was genau meinen Sie damit? · Habe ich Sie richtig verstanden, dass …? · Könnten Sie das näher erläutern?

Höflichkeit ist hier keine Nebensache. Das ist falsch ist grammatisch korrekt und kostet trotzdem Punkte, weil es im Register nicht passt. Der Konjunktiv II ist das Werkzeug dafür: Ich würde eher sagen, dass …, Könnte es nicht auch sein, dass …?

Gemeinsam etwas planen (B1, DTZ, telc)

Der Klassiker in der mündlichen B1-Prüfung: Sie planen mit Ihrem Gegenüber ein Fest, einen Ausflug, ein Geschenk. Bewertet wird, ob Sie Vorschläge machen, auf Vorschläge reagieren und am Ende zu einem Ergebnis kommen.

  • Vorschlagen: Wie wäre es, wenn wir …? · Wir könnten … · Was halten Sie davon, wenn …? · Ich schlage vor, dass …
  • Annehmen: Gute Idee! · Das ist eine gute Idee, das machen wir so. · Einverstanden.
  • Ablehnen und Alternative anbieten: Das finde ich nicht so gut, weil … Wie wäre es stattdessen mit …? · Ich weiß nicht, ob das klappt. Vielleicht lieber …?
  • Aufgaben verteilen: Ich kümmere mich um …, und Sie übernehmen …? · Könnten Sie …? · Ich könnte …
  • Abschließen: Dann machen wir es so: … · Also, wir treffen uns am … · Gut, dann ist alles klar.

Wie diese Aufgabe im DTZ konkret aussieht, steht unter DTZ-Vorbereitung; für telc B1 unter telc-Vorbereitung.

Vor- und Nachteile abwägen (B2, C1)

Ab B2 wird erwartet, dass Sie ein Thema von zwei Seiten betrachten – im Vortrag, in der Diskussion und in der schriftlichen Stellungnahme.

FunktionRedemittel
Vorteile nennenEin wichtiger Vorteil ist, dass … · Dafür spricht, dass … · Positiv ist, dass … · Ein Argument dafür ist …
Nachteile nennenEin Nachteil ist allerdings, dass … · Dagegen spricht, dass … · Problematisch ist, dass … · Man darf nicht vergessen, dass …
GegenüberstellenEinerseits …, andererseits … · Zwar …, aber … · Auf der einen Seite …, auf der anderen Seite … · Im Gegensatz dazu …
Beispiel gebenEin Beispiel dafür ist … · Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass … · Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass …
Fazit ziehenZusammenfassend lässt sich sagen, dass … · Alles in allem … · Wenn man beides abwägt, … · Ich komme zu dem Schluss, dass …

Achten Sie auf die Grammatik hinter den Wendungen: Zwar …, aber … verlangt zwei Hauptsätze mit Verb an zweiter Stelle; Einerseits …, andererseits … ebenfalls. Dagegen zieht Dafür spricht, dass … einen Nebensatz nach sich. Diese Unterschiede erklärt die Seite Satzbau und Wortstellung.

Grafiken und Statistiken beschreiben (B2, C1, TestDaF)

Vor allem im TestDaF und in telc C1 Hochschule – teils auch in anderen B2- und C1-Formaten – gehört die Beschreibung einer Grafik zum schriftlichen oder mündlichen Teil. Der Ablauf ist immer derselbe: Einleitung, Hauptaussage, Details, Kommentar.

  • Einleitung: Die Grafik zeigt / gibt Auskunft über / informiert über … · Die Angaben stammen von … aus dem Jahr … · Die Zahlen sind in Prozent angegeben.
  • Hauptaussage: Auffällig ist, dass … · Am häufigsten wird … genannt. · Den größten Anteil hat … mit … Prozent.
  • Entwicklungen: Der Anteil ist von … auf … gestiegen / gesunken. · Die Zahl hat sich verdoppelt / halbiert. · … ist deutlich / leicht / kontinuierlich zurückgegangen. · … blieb nahezu konstant.
  • Vergleiche: Im Vergleich zu … · Während … nur … Prozent erreicht, liegt … bei … · An zweiter Stelle folgt …
  • Kommentar: Das lässt sich damit erklären, dass … · Ein Grund dafür könnte sein, dass … · Diese Entwicklung überrascht nicht, denn …

Formell schreiben: Brief, E-Mail, Stellungnahme

Der schriftliche Teil verlangt in fast allen Prüfungen einen halbformellen oder formellen Text: eine Beschwerde, eine Anfrage, eine Bitte um Information, eine Absage. Die passenden Bausteine, sortiert nach Textteil:

TextteilRedemittel
AnredeSehr geehrte Damen und Herren, · Sehr geehrte Frau …, · Sehr geehrter Herr …, · (halbformell) Liebe Frau …, · Lieber Herr …,
Einleitung / BezugIch schreibe Ihnen, weil … · Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen. · Vielen Dank für Ihre E-Mail vom … · Ich beziehe mich auf …
Bitte / AnfrageIch möchte Sie bitten, … · Könnten Sie mir bitte mitteilen, ob …? · Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn … · Wäre es möglich, …?
BeschwerdeLeider musste ich feststellen, dass … · Zu meinem Bedauern … · Ich bitte Sie daher, … · Andernfalls sehe ich mich gezwungen, …
Absage / EntschuldigungLeider kann ich … nicht … · Ich bedaure sehr, dass … · Bitte entschuldigen Sie, dass …
SchlussIch freue mich auf Ihre Antwort. · Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. · Vielen Dank im Voraus. · Mit freundlichen Grüßen

Nach Sehr geehrte Damen und Herren, geht es klein weiter, und nach Mit freundlichen Grüßen steht kein Komma und kein Punkt. Beides sind Kleinigkeiten, die auffallen. Aufbau, Textsorten und Bewertung im Detail: Briefe und E-Mails schreiben und Schreiben üben.

Redemittel richtig lernen

Die meisten Listen im Netz sind zu lang und werden falsch gelernt – als Vokabeln, nicht als Sätze. So bleibt es tatsächlich hängen:

1

Zwei bis drei pro Funktion

Nicht zehn Arten, eine Meinung einzuleiten, sondern zwei, die Sie fehlerfrei beherrschen. Bandbreite entsteht durch verschiedene Funktionen, nicht durch Varianten derselben.

2

Immer mit ganzem Satz

Nie Ich bin der Meinung, dass, sondern Ich bin der Meinung, dass Homeoffice die Arbeit erleichtert. Der Nebensatz wird mitgelernt.

3

Laut und unter Zeitdruck

Redemittel, die Sie nur lesen können, sind in der Prüfung nicht abrufbar. Wir üben sie im Gespräch, mit Uhr und mit wechselnden Themen – wie es die Seite Deutsch sprechen üben beschreibt.

4

In der Simulation prüfen

In der Prüfungssimulation zeigt sich, welche Wendungen tatsächlich kommen und welche nicht. Die, die nicht kommen, streichen wir – und ersetzen sie durch etwas, das zu Ihnen passt.

Häufige Fragen

Bekomme ich Punkte für auswendig gelernte Redemittel?

Für Redemittel allein nicht – für das, was Sie damit tun. Redemittel sind der Rahmen; bewertet wird, ob der Inhalt passt, ob Sie auf Ihr Gegenüber reagieren und ob die Sprache angemessen ist.

Ein perfekt vorgetragener Baustein, der nicht zum Thema passt, bringt nichts. Ein Baustein, der ein Argument sauber einleitet, bringt viel.

Wie viele Redemittel soll ich lernen?

Weniger, als die meisten Listen vorschlagen. Für jede Funktion – Meinung, Zustimmung, Widerspruch, Vorschlag, Abwägung – reichen zwei bis drei Wendungen, die Sie sicher und fehlerfrei benutzen.

Zehn Wendungen, die Sie halb beherrschen, sind schlechter als drei, die sitzen.

Sind die Redemittel für telc, Goethe und DTZ dieselben?

Im Kern ja. Die Aufgabentypen ähneln sich stark – Meinung äußern, gemeinsam planen, diskutieren, einen formellen Text schreiben. Unterschiede gibt es im Niveau und im Format: Auf B2 und C1 wird mehr Bandbreite und Register erwartet als auf B1.

Für die konkrete Prüfung passen wir die Auswahl im Coaching an. Welche Prüfung zu Ihnen passt: telc oder Goethe?

Was ist der häufigste Fehler mit Redemitteln?

Der Nebensatz nach dem Redemittel. Nach „Ich bin der Meinung, dass …“ muss das Verb ans Ende. Viele Lernende haben die Einleitung perfekt gelernt und setzen dann einen Hauptsatz dahinter.

Deshalb üben wir Redemittel immer mit dem ganzen Satz, nie nur den Anfang.

Preise

Prüfungsvorbereitung

50 € / 60 Min.

Einzelcoaching · telc, Goethe, DTZ, DTB

Einzelunterricht

45 € / 60 Min.

100 % individuell · alle Niveaus

Kleingruppe

30 € / Person · 60 Min.

2–3 Personen · ideal für Paarprüfungen

10er-Pakete mit Rabatt gibt es auf Anfrage, das Erstgespräch ist kostenlos. Alle Preise stehen auch unter Was kostet ein Deutschkurs?

Redemittel im echten Prüfungsablauf üben

Listen lesen reicht nicht. In der Prüfungsvorbereitung üben wir die Wendungen in der Situation, in der Sie sie brauchen – mit Uhr, mit Gegenüber und mit Rückmeldung nach dem Bewertungsraster, das ich als Prüferin selbst anwende.

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