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Grammatik · A2 bis B2

Indefinitpronomen – man, jemand, etwas, alle, jeder

Unbestimmte Pronomen braucht man in jedem zweiten Satz: Man muss sich anmelden. Hat jemand angerufen? Ich habe nichts Neues gehört. Alle sind gekommen. Sie sind kurz, häufig und trotzdem eine der unauffälligsten Fehlerquellen im Deutschen – weil man im Akkusativ plötzlich einen heißt, weil alle und alles verschiedene Dinge meinen und weil nach etwas ein großgeschriebenes Adjektiv folgt. Hier stehen alle Formen mit Beispielen.

Zuerst das Wichtigste

Indefinitpronomen stehen für Personen oder Sachen, die nicht genau benannt werden. Drei Gruppen genügen für den Anfang: Personen (man, jemand, niemand, einer, keiner, jeder, alle), Sachen (etwas, nichts, alles, eins) und Mengen (einige, manche, mehrere, viele, wenige). Die meisten Fehler entstehen nicht beim Verstehen, sondern bei den Formen im Akkusativ und Dativ.

man – das wichtigste deutsche Pronomen

man meint „irgendeine Person“, „die Leute allgemein“ oder „ich, aber allgemein formuliert“. Im Deutschen ersetzt es sehr oft das Passiv und ist deshalb im Alltag häufiger als in vielen anderen Sprachen.

FallFormBeispiel
NominativmanMan muss sich vorher anmelden.
AkkusativeinenMan weiß nie, was einen erwartet.
DativeinemDas hilft einem wirklich weiter.
Genitiv–existiert nicht
PossessivseinMan sollte seinen Ausweis mitnehmen.
  • Das Verb steht immer in der 3. Person Singular: man geht, man hat, man kann.
  • man bleibt im ganzen Satz man – ein Wechsel zu du oder Sie mitten im Satz ist ein Fehler: Wenn man will, kann man …
  • man statt Passiv: Hier wird nicht geraucht → Hier raucht man nicht. Weitere Varianten unter Passiversatzformen.
  • Vorsicht: man (Pronomen) und Mann (Nomen) klingen gleich. Schriftlich entscheidet die Bedeutung – dazu Groß- und Kleinschreibung.

jemand und niemand

FalljemandniemandBeispiel
NominativjemandniemandJemand hat angerufen.
AkkusativjemandenniemandenIch habe niemanden gesehen.
DativjemandemniemandemIch habe mit jemandem gesprochen.

Die endungslosen Formen (Ich habe niemand gesehen) sind ebenfalls zulässig und im Gespräch häufig; in der Prüfung sind die Formen mit Endung die sichere Wahl. Beide Pronomen beziehen sich nur auf Personen und stehen immer im Singular: Niemand weiß das.

Doppelte Negation vermeiden: Ich habe niemanden nicht gesehen ist falsch. niemand negiert schon. Mehr dazu unter Nicht oder kein?

etwas, nichts, alles – und die Großschreibung danach

PronomenBedeutungBeispiel
etwas (gesprochen: was)eine unbestimmte SacheIch muss Ihnen etwas sagen. · Hast du was gehört?
nichtskeine SacheIch habe nichts verstanden.
allesdie ganze Menge (Sachen, Singular)Alles ist fertig.
einiges / manches / vielesunbestimmte Teilmenge von SachenIch habe einiges gelernt.

Diese Wörter sind endungslos und unveränderlich. Wichtig ist, was nach ihnen passiert: Ein folgendes Adjektiv wird zum Nomen – also großgeschrieben – und bekommt eine Endung:

nach …EndungBeispiele
etwas, nichts, viel, wenig-esetwas Neues, nichts Besonderes, viel Interessantes, wenig Gutes
alles-ealles Gute, alles Nötige, alles Weitere

Diese beiden Zeilen tauchen in Prüfungen regelmäßig auf – und Alles Gute! brauchen Sie ohnehin bei jedem Geburtstag. Die Systematik dahinter steht unter Adjektivendungen.

alle, jeder, beide – Personen zählen

PronomenZahlBedeutungBeispiel
allePluraldie ganze Gruppe zusammenAlle sind gekommen. · alle Teilnehmer
allesSingulardie ganze Menge an SachenAlles ist geklärt.
jeder / jede / jedesSingulardie Gruppe einzeln betrachtetJeder bekommt ein Formular.
beidePluralgenau zweiBeide haben bestanden.
einer / eine / einesSingulareine Person aus der GruppeEiner von uns muss bleiben.
keiner / keine / keinesSingularniemand aus der GruppeKeiner wusste es.

jeder, einer, keiner werden wie der bestimmte Artikel dekliniert: jeden Tag (Akkusativ), jedem Kind (Dativ), mit einem von ihnen. Stehen sie vor einem Nomen, sind sie Artikelwörter; stehen sie allein, sind sie Pronomen – die Endungen bleiben gleich.

Der Klassiker: Alle ist da ist falsch, Alle sind da richtig. Umgekehrt: Alles sind fertig falsch, Alles ist fertig richtig. Also: Personen → alle + Plural, Sachen als Ganzes → alles + Singular.

Mengenwörter: einige, manche, mehrere, viele, wenige

WortMengeBeispiel
einigeein paar, nicht wenigeEinige Teilnehmer fehlten.
mancheein Teil, mit Blick auf UnterschiedeManche lernen schneller.
mehreremehr als zwei, unbestimmtIch habe mehrere Termine.
viele / wenigegroße / kleine MengeViele haben zugestimmt.
ein paarwenige, umgangssprachlich – unveränderlichIch brauche ein paar Tage.

Sie bekommen Pluralendungen wie der bestimmte Artikel (einige Tage, mit einigen Kollegen). Ein folgendes Adjektiv endet auf -en: einige neue Kollegen (Nominativ), mit einigen neuen Kollegen (Dativ). ein paar bleibt immer unverändert – im Unterschied zu ein Paar Schuhe (zwei, die zusammengehören).

Die irgend-Formen

FormBedeutungBeispiel
irgendwer / irgendjemandeine völlig beliebige PersonIrgendjemand muss es gewusst haben.
irgendetwas / irgendwaseine beliebige SacheSag irgendetwas.
irgendein / irgendeinevor einem Nomenirgendein Formular
irgendwo / irgendwann / irgendwieOrt, Zeit, Art – AdverbienEs liegt irgendwo im Büro.

Die irgend-Formen betonen die Beliebigkeit und klingen leicht salopp – in Bewerbungen und Prüfungstexten also sparsam verwenden. Passende Alternativen: eine geeignete Person, ein weiterer Punkt, zu einem späteren Zeitpunkt.

Häufige Fehler

FalschRichtigRegel
Man weiß nie, was man erwartet. (gemeint: einen)Man weiß nie, was einen erwartet.man nur im Nominativ
Das hilft man sehr.Das hilft einem sehr.Dativ von man ist einem
Man kann lernen, wenn du willst.Man kann lernen, wenn man will.kein Wechsel der Person
Ich habe niemand gesehen nicht.Ich habe niemanden gesehen.keine doppelte Negation
Alle ist gekommen.Alle sind gekommen.alle ist Plural
etwas neuesetwas NeuesAdjektiv wird Nomen, groß + -es
Ich habe mit jemand gesprochen. (schriftlich)Ich habe mit jemandem gesprochen.Dativ mit Endung

Wie wir das im Unterricht üben

Indefinitpronomen lernt man am schnellsten über man, weil es sofort nützlich ist: Damit formulieren Sie Regeln, Arbeitsabläufe und Erklärungen, ohne über das Passiv nachzudenken. Wir üben das an echten Aufgaben – Hausordnung erklären, einen Arbeitsablauf beschreiben, Regeln am Arbeitsplatz zusammenfassen – und nehmen dann die Formen einen und einem gezielt dazu, weil die im freien Sprechen fast immer fehlen. alle, alles und die Mengenwörter kommen über Grafik- und Statistikbeschreibungen, wo man sie ohnehin braucht (siehe Grafik beschreiben). Passend ist das ab dem Deutschkurs A2 bis zum Deutschkurs B2 – im Einzelunterricht oder in der Kleingruppe.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen man und Mann?

man mit einem n ist ein Pronomen und meint eine unbestimmte Person: Hier darf man nicht parken.

Mann mit zwei n und großem M ist ein Nomen und meint eine männliche Person: Der Mann wartet draußen. Gesprochen klingen beide gleich, geschrieben entscheidet der Kontext.

Wie dekliniert man das Pronomen man?

man existiert nur im Nominativ. Im Akkusativ steht einen, im Dativ einem: Man weiß nie, was einen erwartet. Das hilft einem sehr. Einen Genitiv gibt es nicht.

Das Verb steht immer in der 3. Person Singular: man geht, man hat, man kann. Als Possessivartikel gehört sein dazu: Man sollte seinen Ausweis mitnehmen.

Sagt man alle oder alles?

alle steht für Personen oder zählbare Dinge im Plural und verlangt ein Verb im Plural: Alle sind da.

alles meint eine Gesamtheit von Sachen und ist Singular: Alles ist fertig.

Wie werden jemand und niemand dekliniert?

Nominativ jemand und niemand, Akkusativ jemanden und niemanden, Dativ jemandem und niemandem.

Die endungslosen Formen sind ebenfalls zulässig und im Gespräch häufig; in Prüfungstexten sind die Formen mit Endung die sichere Wahl.

Warum schreibt man etwas Neues groß?

Nach etwas, nichts, viel und wenig wird das folgende Adjektiv zum Nomen und daher großgeschrieben. Es bekommt die Endung -es: etwas Neues, nichts Besonderes, viel Interessantes.

Nach alles lautet die Endung -e: alles Gute, alles Weitere.

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