Startseite Kurse Prüfungen Niveaustufen Preise FAQ Kontakt
Wissen · Fachkräfteeinwanderung · A1 bis B2

Deutsch für Chancenkarte, Blaue Karte und Fachkräftevisum: Welches Niveau zählt – und was es bringt

Seit der Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes gibt es mehrere Wege nach Deutschland, bei denen Deutschkenntnisse keine Hürde, aber ein Vorteil sind: Die Chancenkarte verlangt mindestens A1 (oder Englisch B2) und belohnt jede höhere Stufe mit Punkten; die Blaue Karte EU verlangt kein Deutsch, aber wer B1 hat, bekommt die Niederlassungserlaubnis ein halbes Jahr früher; die Anerkennungspartnerschaft setzt A2 voraus. Wer also vor der Einreise gezielt Deutsch lernt, gewinnt Punkte, Zeit und – im Beruf – die Stelle, die ohne Deutsch nicht erreichbar wäre. Hier steht, welches Niveau wo verlangt oder belohnt wird, welche Zertifikate gelten, wie lange der Weg zu jeder Stufe dauert und wie die Vorbereitung online aus dem Ausland läuft.

Zuerst das Wichtigste

Die Sprachanforderung hängt vom Aufenthaltstitel ab: Die Chancenkarte (§ 20a Aufenthaltsgesetz) verlangt im Punktesystem mindestens Deutsch A1 oder Englisch B2 und vergibt zusätzliche Punkte für A2, B1 und B2. Die Blaue Karte EU und das Fachkräftevisum verlangen für die Einreise keinen Deutschnachweis – außer in reglementierten Berufen –, aber die spätere Niederlassungserlaubnis setzt B1 voraus (bei der Blauen Karte: A1 nach 27 Monaten oder B1 nach 21 Monaten). Die Anerkennungspartnerschaft verlangt A2. Das Aufenthaltsrecht wird regelmäßig geändert; verbindlich sind die deutsche Auslandsvertretung, die Ausländerbehörde und das Portal Make it in Germany der Bundesregierung. Diese Seite ordnet ein und ersetzt keine Rechtsberatung.

Die Wege im Überblick

AufenthaltstitelFür wenDeutsch bei der EinreiseDeutsch später
Chancenkarte (§ 20a)Jobsuche in Deutschland, bis zu 12 Monate, mit Berufs- oder HochschulabschlussMit voller Anerkennung des Abschlusses: kein Nachweis. Im Punktesystem: A1 oder Englisch B2 als Mindestvoraussetzung; A2, B1, B2 bringen PunkteFür die Anschlussstelle meist das, was der Arbeitgeber verlangt; für die Niederlassungserlaubnis B1
Blaue Karte EU (§ 18g)Akademikerinnen und Akademiker mit Arbeitsvertrag über der Gehaltsgrenzekein Nachweis (außer reglementierte Berufe)Niederlassungserlaubnis nach 27 Monaten mit A1 oder 21 Monaten mit B1
Fachkräftevisum (§ 18a, § 18b)Fachkräfte mit anerkannter Berufsausbildung oder anerkanntem Studienabschluss und Arbeitsvertragkein Nachweis (außer reglementierte Berufe)Niederlassungserlaubnis nach 3 Jahren mit B1
Anerkennungspartnerschaft (§ 16d)Einreise mit Arbeitsvertrag, Anerkennung des Abschlusses erfolgt in DeutschlandA2Je nach Beruf höher; für die Anerkennung in reglementierten Berufen meist B2
Visum zur Ausbildungsplatzsuche / AusbildungWer in Deutschland eine Ausbildung machen willin der Regel B1siehe Deutsch für die Ausbildung
StudiumStudierende an deutschen Hochschulenfür deutschsprachige Studiengänge C1 / TestDaF / DSHsiehe Deutsch für Studierende

Die Chancenkarte: Punkte für Deutsch

Die Chancenkarte hat zwei Zugänge. Wer einen in Deutschland voll anerkannten Abschluss hat, gilt als Fachkraft und bekommt sie ohne Punkte. Alle anderen brauchen einen im Herkunftsland staatlich anerkannten Berufsabschluss (mindestens zwei Jahre Ausbildung) oder Hochschulabschluss, den Sprachnachweis Deutsch A1 oder Englisch B2 – und mindestens sechs Punkte aus diesem Katalog:

KriteriumPunkte
Teilweise Anerkennung des Abschlusses (Feststellung teilweiser Gleichwertigkeit)4
Qualifikation in einem Engpassberuf1
Berufserfahrung: mindestens 2 Jahre in den letzten 5 Jahren2
Berufserfahrung: mindestens 5 Jahre in den letzten 7 Jahren3
Alter: unter 35 Jahre2
Alter: 35 bis unter 40 Jahre1
Deutsch A21
Deutsch B12
Deutsch B2 oder höher3
Englisch C1 (zusätzlich zu den Deutschpunkten)1
Früherer rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland von mindestens 6 Monaten (in den letzten 5 Jahren, nicht touristisch)1
Ehe- oder Lebenspartner erfüllt ebenfalls die Voraussetzungen und beantragt mit1

Die Sprachpunkte werden nicht addiert: Wer B2 hat, bekommt drei Punkte, nicht sechs. Aber Deutsch ist neben Berufserfahrung das Kriterium, das man selbst am schnellsten verändern kann: Von A1 auf B1 sind es zwei Punkte, und mit B1 plus zwei Jahren Berufserfahrung plus Alter unter 35 sind die sechs Punkte erreicht. Dazu kommt, was kein Punktekatalog abbildet: Mit der Chancenkarte darf man bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten und Probearbeiten – und Vorstellungsgespräche laufen in den meisten Betrieben auf Deutsch. Was Stellenanzeigen verlangen, steht unter Sprachniveau in Stellenanzeigen.

Die Blaue Karte: kein Deutsch – und doch

Die Blaue Karte EU ist der Titel für Akademikerinnen und Akademiker mit einem Arbeitsvertrag über der jährlich festgelegten Gehaltsgrenze (niedriger in Engpassberufen und für Berufseinsteiger). Für die Einreise ist kein Deutschnachweis nötig; viele Stellen in internationalen Unternehmen laufen auf Englisch. Deutsch wird an drei Stellen relevant:

  • Niederlassungserlaubnis: nach 27 Monaten mit A1 – oder nach 21 Monaten mit B1. Sechs Monate früher unbefristet, für ein Zertifikat, das man in einem Jahr nebenberuflich erreichen kann. Details unter Deutsch für die Niederlassungserlaubnis.
  • Einbürgerung: nach fünf Jahren mit B1 – oder nach drei Jahren mit C1 und besonderen Integrationsleistungen. Siehe Deutsch für die Einbürgerung.
  • Familie: Ehepartner von Blaue-Karte-Inhabern brauchen für den Nachzug keinen A1-Nachweis. Für die Kita, die Schule der Kinder und den Alltag brauchen sie ihn trotzdem – siehe Deutsch für Eltern.

Fachkräftevisum und Anerkennungspartnerschaft

Das Fachkräftevisum (§ 18a für Ausbildungsberufe, § 18b für akademische Berufe) setzt einen in Deutschland anerkannten Abschluss und einen Arbeitsvertrag voraus – aber keinen Sprachnachweis, es sei denn, der Beruf ist reglementiert. Die Anerkennungspartnerschaft dreht die Reihenfolge um: Einreise mit Arbeitsvertrag, Anerkennung danach in Deutschland – dafür verlangt sie A2 bei der Einreise. Wer sein Anerkennungsverfahren dann durchläuft, braucht je nach Beruf mehr: In den meisten reglementierten Berufen ist B2 die Voraussetzung für die Berufszulassung. Der Weg von A2 nach B2 dauert bei berufsbegleitendem Lernen ein bis zwei Jahre – siehe Von A2 auf B1 und Von B1 auf B2. Berufsbezogene Kurse mit B2-Abschluss fördert das BAMF über die Berufssprachkurse.

Welche Zertifikate anerkannt werden

Für Visum und Aufenthaltstitel gelten Zertifikate von Anbietern, deren Prüfungen den Standards der Association of Language Testers in Europe (ALTE) entsprechen – in der Praxis:

  • Goethe-Institut: Goethe-Zertifikat A1 (Start Deutsch 1), A2, B1, B2, C1 – weltweit an Goethe-Instituten und Prüfungszentren
  • telc: telc Deutsch A1, A2, B1, B2, C1 – an lizenzierten Zentren im In- und Ausland
  • ÖSD: ÖSD-Zertifikate A1 bis C2
  • TestDaF-Institut (g.a.s.t.): TestDaF und die A1-Prüfung für den Ehegattennachzug

Ein Kurszertifikat einer Sprachschule ohne standardisierte Prüfung reicht in der Regel nicht. Welche Prüfung wo passt, steht unter telc oder Goethe?; wie lange ein Zertifikat anerkannt wird, unter Wie lange gilt ein Deutschzertifikat?.

Wie lange der Weg zu jeder Stufe dauert

ZielWofürRealistische Dauer (2–3 Std. Unterricht/Woche + eigenes Üben)
A1Chancenkarte (Minimum), Ehegattennachzug, Au-pair3–5 Monate ab null
A2Anerkennungspartnerschaft; 1 Punkt Chancenkarteweitere 3–5 Monate
B1Niederlassungserlaubnis, Einbürgerung, Ausbildung; 2 Punkte Chancenkarte; Blaue Karte 21 Monateweitere 4–6 Monate
B2Berufszulassung in reglementierten Berufen, qualifizierte Stellen; 3 Punkte Chancenkarteweitere 6–12 Monate

Wer die Chancenkarte plant, kann in der Wartezeit auf Anerkennung oder Termin oft von A1 auf B1 kommen – und reist mit zwei Punkten mehr ein. Die vollständige Einordnung steht unter Wie lange dauert Deutschlernen?.

So bereite ich Sie vor – auch aus dem Ausland

Die meisten, die über Chancenkarte oder Blaue Karte kommen, lernen Deutsch vor der Einreise, online, neben dem Job – in ihrer Zeitzone. Im Einzelunterricht online bauen wir das Niveau auf, das Ihr Weg verlangt oder belohnt, und bereiten gezielt auf die Prüfung vor, die Ihre Botschaft akzeptiert – Goethe oder telc. Wer schon eine Stelle hat, kombiniert das mit Business-Deutsch für Meeting, E-Mail und Kollegengespräch; wer sich noch bewirbt, mit dem Bewerbungstraining. Wo Sie stehen, klärt der Einstufungstest; welche Stufe Sie wirklich brauchen, das Erstgespräch.

Häufige Fragen

Welches Deutschniveau braucht man für die Chancenkarte?

Im Punktesystem mindestens A1 – oder alternativ Englisch B2. Höhere Deutschkenntnisse bringen zusätzliche Punkte: A2 einen, B1 zwei, B2 oder höher drei Punkte; die Sprachpunkte werden nicht addiert. Wer einen in Deutschland voll anerkannten Abschluss hat, bekommt die Chancenkarte als Fachkraft ohne Punkte und ohne Sprachnachweis.

Insgesamt sind mindestens sechs Punkte nötig; Deutsch ist neben Berufserfahrung das Kriterium, das man selbst am schnellsten verbessern kann.

Braucht man für die Blaue Karte Deutschkenntnisse?

Für die Erteilung nicht – außer in reglementierten Berufen. Deutsch wird später wichtig: Die Niederlassungserlaubnis gibt es nach 27 Monaten mit A1 oder schon nach 21 Monaten mit B1. Für die Einbürgerung ist B1 nötig, für die verkürzte Einbürgerung nach drei Jahren C1.

Ehepartner von Blaue-Karte-Inhabern brauchen für den Nachzug keinen A1-Nachweis.

Welche Zertifikate werden für Visum und Aufenthaltstitel anerkannt?

Zertifikate von Anbietern nach ALTE-Standard: Goethe-Institut, telc, ÖSD und das TestDaF-Institut (g.a.s.t.). Ein Kurszertifikat einer Sprachschule ohne standardisierte Prüfung reicht in der Regel nicht.

Für die Chancenkarte, die Anerkennungspartnerschaft und die Niederlassungserlaubnis gilt dasselbe; verbindlich ist die Auslandsvertretung bzw. Ausländerbehörde.

Welches Deutschniveau braucht man für die Anerkennungspartnerschaft?

A2 bei der Einreise. Die Anerkennung des Abschlusses erfolgt dann in Deutschland, parallel zur Arbeit. Für die Berufszulassung in reglementierten Berufen wird im Verfahren meist B2 verlangt – der Weg von A2 nach B2 dauert berufsbegleitend ein bis zwei Jahre.

Berufsbezogene Kurse bis B2 fördert das BAMF über die Berufssprachkurse.

Kann ich mich aus dem Ausland auf die Prüfung vorbereiten?

Ja. Der übliche Weg ist Online-Einzelunterricht in Ihrer Zeitzone, neben dem Job, mit gezielter Vorbereitung auf die Goethe- oder telc-Prüfung, die Sie dann an einem Prüfungszentrum in Ihrem Land ablegen. Von null bis A1 dauert das etwa drei bis fünf Monate, bis B1 rund ein Jahr.

Wer die Chancenkarte plant, nutzt die Wartezeit auf Anerkennung oder Termin, um von A1 auf B1 zu kommen – das sind zwei Punkte mehr.

Preise

Einzelunterricht

45 € / 60 Min.

100 % individuell · alle Niveaus

Kleingruppe

30 € / Person · 60 Min.

2–3 Personen · kommunikativ

Prüfungsvorbereitung

50 € / 60 Min.

Einzelcoaching · alle Formate

10er-Pakete mit Rabatt gibt es auf Anfrage, das Erstgespräch ist kostenlos. Alle Preise unter Was kostet ein Deutschkurs?

Deutsch für Ihren Weg nach Deutschland – online, vor der Einreise

Wir klären, welches Niveau Ihr Aufenthaltstitel verlangt oder belohnt, bauen es im Einzelunterricht auf und bereiten auf die Prüfung vor, die Ihre Botschaft akzeptiert. Das Erstgespräch ist kostenlos.

Jetzt Erstgespräch anfragen