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Grammatik · A1–B1

Präpositionen mit Dativ: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu

Diese Gruppe ist größer als die Akkusativgruppe, aber genauso verlässlich: Der Fall steht fest, egal was die Präposition im Satz bedeutet. Schwierig ist hier nicht der Fall, sondern die Bedeutung – besonders bei nach und zu, die im Deutschen zwei verschiedene Dinge tun, während viele Sprachen dafür nur ein Wort haben.

Die sieben festen Dativpräpositionen

Auch hier hilft eine gesprochene Kette: aus – bei – mit – nach – seit – von – zu. Sieben Wörter, die zu den häufigsten der ganzen Sprache gehören.

PräpositionBedeutungBeispiel
ausHerkunft, Material, Bewegung von innen nach außenIch komme aus der Türkei. · Der Tisch ist aus Holz. · Sie geht aus dem Haus.
beiin der Nähe von, bei einer Person/Firma, gleichzeitigIch wohne bei meinen Eltern. · Er arbeitet bei einer Bank. · Bei Regen bleiben wir drinnen.
mitBegleitung, Mittel, WerkzeugIch komme mit meiner Frau. · Wir fahren mit dem Zug.
nachZiel bei Ländern/Städten ohne Artikel; zeitlich: danachIch fliege nach Italien. · Nach dem Kurs gehe ich einkaufen.
seitBeginn eines Zeitraums, der noch dauertIch lerne seit einem Jahr Deutsch.
vonAusgangspunkt, Urheber, Zugehörigkeit (statt Genitiv)Der Brief ist von meinem Chef. · Ich fahre vom Bahnhof.
zuZiel bei Personen, Institutionen und GebäudenIch gehe zum Bahnhof. · Ich fahre zu meiner Schwester.

Verschmelzungen: beim, vom, zum, zur

Diese Kurzformen sind Standarddeutsch und in fast jedem Text richtig – bei zu und von sind sie sogar die Normalform:

LangKurzBeispiel
bei dembeimbeim Arzt, beim Essen
von demvomvom Bahnhof, vom Chef
zu demzumzum Unterricht, zum Beispiel
zu derzurzur Arbeit, zur Prüfung

Vorsicht beim Genus: zum steht für Maskulinum und Neutrum, zur nur für Femininum. zur Bahnhof ist falsch, weil Bahnhof maskulin ist. Wer beim Artikel unsicher ist, findet die Faustregeln unter Der, die oder das?

Das Dativ-n im Plural

Ein kleiner, aber sehr sichtbarer Punkt: Im Dativ Plural bekommt das Nomen ein -n, wenn es nicht schon eines hat.

Plural (Nominativ)Dativ Plural
die Kindermit den Kindern
die Freundebei meinen Freunden
die Kollegenmit den Kollegen (schon -n)
die Autosmit den Autos (Plural auf -s: kein -n)

Mehr zu den Pluralformen selbst: Plural bilden. Zur verwandten Erscheinung bei bestimmten maskulinen Nomen siehe n-Deklination.

nach, zu oder in? Der Klassiker

Diese drei bezeichnen alle ein Ziel – aber nicht beliebig:

ZielPräpositionBeispiel
Land oder Stadt ohne Artikelnach + Dativnach Deutschland, nach Berlin
Land mit Artikelin + Akkusativin die Schweiz, in die Türkei
Person, Firma, Institutionzu + Dativzu meiner Tante, zur Bank, zum Amt
Gebäude, das man betrittin + Akkusativins Kino, in die Schule
Himmelsrichtung, oben/untennach + Dativnach Norden, nach oben
Zuhausefeste Wendungnach Hause (Richtung) / zu Hause (Ort)

Die vollständige Systematik samt Fragewörtern steht unter Lokale Präpositionen, die Artikelregeln bei Ländern unter Länder, Städte und Nationalitäten.

seit, vor oder ab? Die zeitliche Seite

  • seit + Dativ: Beginn in der Vergangenheit, Zustand dauert an – und zwar mit Präsens: Ich wohne seit drei Jahren in Berlin.
  • vor + Dativ: abgeschlossener Zeitpunkt in der Vergangenheit: Ich bin vor drei Jahren nach Berlin gezogen.
  • ab + Dativ: Beginn in der Zukunft: Ab Montag habe ich Urlaub.
  • nach + Dativ: danach: Nach der Arbeit gehe ich schwimmen.
  • von … bis: Zeitraum mit Anfang und Ende: von Montag bis Freitag.

Dass seit im Deutschen mit Präsens steht, ist für viele der größte Unterschied zur eigenen Sprache. Die Details stehen unter Temporale Präpositionen.

Vier weitere Präpositionen mit Dativ

  • ab – zeitlich ab jetzt oder später, räumlich als Startpunkt: ab nächster Woche, ab Frankfurt.
  • außer – ausgenommen: Außer mir war niemand da.
  • gegenüber – räumlich oder in Bezug auf jemanden; kann vor oder hinter dem Nomen stehen: gegenüber dem Bahnhof oder dem Bahnhof gegenüber.
  • entgegen – gehoben, „gegen etwas“ im übertragenen Sinn: entgegen meiner Erwartung.

Häufige Fehler

FalschRichtigWarum
mit meine Freundinmit meiner Freundinmit verlangt Dativ.
Ich gehe nach der Schweiz.Ich gehe in die Schweiz.Länder mit Artikel nehmen in + Akkusativ.
Ich gehe zu Hause.Ich gehe nach Hause.nach Hause ist Richtung, zu Hause ist Ort.
mit den Kindermit den KindernDativ Plural bekommt ein -n.
Ich lerne seit drei Jahre Deutsch.seit drei JahrenDativ Plural, auch bei Zeitangaben.
Ich habe Deutsch seit zwei Jahren gelernt.Ich lerne seit zwei Jahren Deutsch.Andauernder Zustand: Präsens, nicht Perfekt.
zur Bahnhofzum BahnhofBahnhof ist maskulin.
Ich fahre mit Bus.mit dem BusVerkehrsmittel stehen mit Artikel.

So üben wir das im Unterricht

Diese sieben Präpositionen kommen in jedem zweiten Satz vor – deshalb lohnt sich hier mehr Wiederholung als bei fast jedem anderen Grammatikthema. Im Einzelunterricht gehen wir dafür Situationen durch, die Sie wirklich beschreiben müssen: der Weg zur Arbeit, das Wochenende bei Freunden, die Frage, seit wann Sie in Deutschland leben. Dabei fällt fast automatisch auf, welche Kombination noch wackelt.

Auf A1 reichen die sieben Präpositionen in ihren Grundbedeutungen. Ab B1 kommen die festen Verbindungen dazu – bestehen aus, gehören zu, sich treffen mit –, die unter Verben mit Präpositionen gesammelt sind. Wo Sie anfangen sollten, klären wir im kostenlosen Erstgespräch oder mit dem Einstufungstest.

Häufige Fragen

Welche Präpositionen stehen immer mit Dativ?

Die Kerngruppe sind sieben: aus, bei, mit, nach, seit, von und zu. Dazu kommen ab, außer, gegenüber und das gehobene entgegen.

Bei allen diesen Präpositionen ist der Fall unabhängig von der Bedeutung immer Dativ – man muss also nie zwischen zwei Fällen entscheiden.

Wann sagt man nach und wann zu?

nach steht bei Ländern und Städten ohne Artikel sowie bei Himmelsrichtungen: nach Italien, nach Berlin, nach Norden. zu steht bei Personen, Institutionen und Gebäuden, auf die man zugeht: zu meiner Schwester, zur Bank, zum Bahnhof.

Länder mit Artikel nehmen dagegen in mit Akkusativ: in die Schweiz, in die Türkei, in den Iran.

Warum heißt es nach Hause, aber zu Hause?

Es sind zwei feste Wendungen mit unterschiedlicher Bedeutung: nach Hause bezeichnet die Richtung (Ich gehe nach Hause), zu Hause den Ort (Ich bin zu Hause).

Beide sind historisch gewachsen und folgen nicht der allgemeinen Regel. Am besten lernt man sie als zwei Bausteine mit.

Warum steht seit mit Präsens?

Weil seit einen Zustand bezeichnet, der in der Vergangenheit begonnen hat und jetzt noch andauert. Das Deutsche drückt so etwas mit Präsens aus: Ich lerne seit zwei Jahren Deutsch.

Viele Sprachen benutzen hier eine Vergangenheitsform, deshalb ist das eine der häufigsten Fehlerquellen. Ist der Zeitraum abgeschlossen, nimmt man vor: Ich habe vor zwei Jahren angefangen.

Wann bekommt das Nomen im Dativ Plural ein -n?

Immer, wenn die Pluralform nicht schon auf -n oder -s endet: die Kinder – mit den Kindern, die Freunde – bei meinen Freunden.

Keine Änderung gibt es bei Plural auf -s (mit den Autos) und bei Formen, die schon ein -n haben (mit den Kollegen).

Preise

Einzelunterricht

45 € / 60 Min.

100 % individuell · alle Niveaus

Kleingruppe

30 € / Person · 60 Min.

2–3 Personen · kommunikativ

Prüfungsvorbereitung

50 € / 60 Min.

Einzelcoaching · alle Formate

Das Erstgespräch ist kostenlos, 10er-Pakete mit Rabatt gibt es auf Anfrage.

Die sieben Dativpräpositionen sicher benutzen

Wenn nach, zu und in sich immer noch nach Glückssache anfühlen, liegt das nicht an Ihnen – die Unterscheidung existiert in vielen Sprachen gar nicht. Schreiben Sie kurz, was Sie erreichen wollen, dann üben wir sie systematisch ein.

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